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Im deutschen Reich · 1900-04-01 · Heft 4 (April 1900) · p. 199

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 4 (April 1900)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1900-04-01
Page
199 (sequence 3)
Language
German
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Umschau. 199 seine Stellung zur „Lex Heinze" gekennzeichnet und dabei versichert: „Die Idee stamme von der inneren Mission und trage keine Spur des römischen Geistes. Das Centrum gehe nur mit, und das sei anzuerkennen." Er schloß mit dem Wunsche, daß Gottesfurcht, deutscher Familiensinn, deutsche Reinheit wieder einkehren mögen. Wer den Mangel dieser deutschen Tugenden heute nicht sehe, sei einLügner euer Dummkopf. Das war selbst der antisemitischen „Deutschen Wacht" zu stark, weshalb sie ihrem Versammlungsbericht die Bemerkung hinzufügte: „Na, da haben also die Mucker ihre Versammlung gehabt. Nun haben die Künstler das Wort, und sie werden Herrn Stöcker die Antwort gewiß nicht schuldig bleiben. D. Schristl." Zwei Tage später that aber die Redaktion des Antisemitenblattes wieder in Sack und Asche Buße, indem sie erklärte: Dem Berichte über den Vortrag des Herrn Reichstagsabgeordneten Stöcker zur „Lex Heinze" (Nr. 81 d. Bl.) ist von einem Mitglieds der Schriftleitung nachträglich ein Zusatz angefügt worden, der von uns nach Form und Inhalt nicht gebilligt werden kann. Wenn unsere Meinung über die Kunstparagraphen der „Lex Heinze" auch von der Ansicht der Reichstagümehrheit wesentlich ab weicht, so haben wir doch keinen Grund, die ehrlichen Absichten Stöckels und seiner Freunde zu bezweifeln. Wir bedauern daher, daß eine rein sachliche Berichterstattung, wie wir sie gewünscht, hinterher durch eine solche unberechtigte Zubemerkung gestört worden ist. Dresden, 9. April 1900. Die Leitung der „D. W." Oswald Zimmerman n." Da ebensowenig wie Profeflor Hackel die Herren Menzel, Werner, Mommsen, Wildenbruch, Sudermann und andere hervorragende Unterzeichner der gedachten Protestkundgebung Juden sind oder irgendwie unter jüdischem Einfluß stehen, haben es die Antisemiten aufgegeben, die ,Zex Heinze" zu Angriffen gegen das Judenthum zu benutzen, was viele derselben anfangs versuchten, weil sie dadurch das Centrum zur antisemitischen Bundesgenoffenschaft zu gewinnen hofften. Die radikaleren Antisemiten, wie z. B. die Abg. Bindewald und Raab, erklärten sich schon im Reichstage gegen die „Lex Heinze", im Gegensatz zu dem Abg. Liebermann von Sonnenberg, welcher völlig im Stöcker'schen Sinne „die ganze Protestbewegung als einen Beweis für die K r a f t der jüdischen Phrase" bezeichnete und die meisten Redner in den Protest- Versammlungen als Juden ansprach» Während seiner Rede ertönte auf der Linken so stürmischer Widerspruch, daß der Vizepräsident Schmidt Mühe hatte, die Ordnung wieder herzustellen. Ueber den weiteren Verlauf der Sitzung berichtete das „Berliner Tageblatt": „Später nahm der Reichstag, als der Redner seine antisemitischen

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