Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 3 (März 1900)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1900-03-01
- Page
- 164 (sequence 5)
- Language
- German
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164 Im deutschen Reich. beantwortet geblieben. Dem Wunsche des Herrn Spiegel, daß dir Juden jede häßliche Reklame unterlaßen möchten, schloß sich Herr Bergmann an. Herr ytuä. Hartmann hob hervor, daß die Behandlung der jüdischen Kinder in den Chemnitzer Schulen eine sehr gute sei und die Lehrer gegen sie nie ungerecht wären; dies wurde mehrfach bestätigt. Der Redner bat sodann Herrn Dr. Moses um Aufschluß, wie der Verein zum Zionismus stehe. Nachdem sich noch die Herren Berthold Sachs, Walter Sachs, Jae. Bloch und Dr. M o s e n t h a l an der Diskussion bethelligt hatten, erhielt Herr Dr. Moses das Schlußwort, in dem er betonte, daß er zur Widerlegung des Herrn Loewy eigentlich den Vortrag noch einmal hallen müßte. Er wolle nur darauf Hinweisen, daß das Verhältniß des Central-Vereins zu dem Abwehr-Verein ein gutes sei und die Bestrebungen beider Vereine sich nicht gegenseitig schädigen, sondern trefflich ergänzen. Herrn 8tnä. Hartmann antworte er, daß der Name „Central-Derein deutscher Staats bürger jüdischen Glaubens" daS Verhältniß zum Zionismus genügend erkennen laffe. Soweit dieser nur die Unterstützung heimathloser Juden erstrebe, könne ihm jeder Jude nur sympathisch gegenüberstehen; ihm übrigen aber habe der Verein nichts mit ihm zu thun. Gegen 12 Uhr schloß dann Herr Bergmann die Versammlung. Bei der am 6. März abgehaltenen Versammlung der in Berlin und NO. wohnenden Mitgli eder des Central-VereinS war der Saal der „Brauerei Pfefferberg", Schönhauser Allee 176, bis auf den letzten Platz gefüllt. Herr Redakteur W o h l b e r g eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in welcher er darauf hinwies, daß in Folge ungünstiger Verhältniffe seit längerer Zeit in diesem Stadttheil keine Gruppenversammlung habe stattfinden können, daß die jetzigen Verhältniffe aber zu der Hoffnung berechtigen, daß dieser Zweig des Central-Vereins neue Blüthen tragen und den Beweis liefern werde, daß der alte rege Geist in dieser bewährten Gruppe wirke und schaffe. Nach einer Begrüßung des Vortragenden/ Herrn Oberamtmann Cohn, des als Vertreter des Vorstandes erschienenen Herrn Dr. Wiesenthal und der beiden neuen Obmänner der Gruppe, Herren Dr. med. Caffel und Dr. med. Schönheimer, ertheilte der Vorsitzende Herrn Oberamtmann Ludwig Cohn das Wort zu seinem Vorträge: „Eine Fahrt nach H a l b a s i e n". Der Redner führte aus, daß die sogenannte ga» lizische Judenfrage sehr verschieden beurtheilt würde, daß viele das Elend in „Halbasien" für so groß halten, daß eS durch Privat- Wohlthätigkeit unmöglich beseitigt werden könne, andere aber sich da-