Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 3 (März 1900)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1900-03-01
- Page
- 163 (sequence 4)
- Language
- German
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vereiilsnachrichten. 163 schichte und Tradition vertraut mache, als bestes Mittel, um Selbstvertrauen und Erfolge im Kampfe gegen den Antisemitismus herbeizusühren. Diesen ebenfalls von Beifall begleiteten Worten folgte Der Schluß der Versammlung, welcher viele Notabilitäten der hiesigen Gemeinde, unter ihnen die beiden Gemeinde-Rabbiner, beiwohnten. Im Handwerker-Vereinshause zu Chemnitz i. S. ist am 3. März d. I. eine gut besuchte Central-Vereins-Dersammlung abgehalten worden, welche der Gemeindevorsteher Herr Mar Bergmann leitete. Derselbe begrüßte die erschienenen Zuhörer mit einer Ansprache, in welcher er kurz auf das ideale Streben des Vereins hinwies und ertheilte dann Herrn Di-, med. Julius Moses aus L i e g n i tz das Wort zu seinem Vortrag: „Ziele des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens". In beredter Weise verbreitere sich der Redner in einem einstündigen Vorträge über die Geschichte des Antisemitismus und das Verhalten der Juden dieser Bewegung gegenüber. Er schilderte hierauf in zündender Weise, wiederholt vom Beifall der Zuhörer unterbrochen, das Streben und Wirken des Central-Vereins, seine Erfolge und Ziele. Herr Dr. Moses schloß mit der an die Anwesenden gerichteten eindringlichen Mahnung zur Mithilfe an dem großen Werke, das wir schaffen wollen. Seiner begeisterten und begeisternden Redeweise ist es zu danken, daß sich nach dem Schluß des Vortrags gegen 60 Herren zur Aufnahme in den Verein meldeten. Der Vorsitzende dankte Herrn Dr. Moses für den zu Herzen gehenden Vortrag, und die Anwesenden bestätigten diese Anerkennung durch Erheben von ihren Plätzen. Rach einer Pause von 10 Minuten bat Herr Zahnarzt Dresel Herrn Dr. Moses, beim Vorstände in Berlin dahin zu wirken, daß alljährlich wenigstens eine Versammlung mit Vortrag in Chemnitz stattfinde. Der diesmalige Erfolg beweise das Jntereffe der Chemnitzer Glaubensgenoffen für die Central- Vereins-Sache, für welche auch die Heranwachsende Generation gleichsam erzogen, durch Vorrräge belehrt und ermahnt werden müffe. Herr Loewy vertrat als Vertrauensmann des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus den Standpunkt, daß es zweckdienlich sei, wenn Träger „wohlklingender parlamentarischer Namen" für die Sache der Juden einstehen. Herr Bergmann berichtete, daß er sich nach der Ausschreibung einer Stadtkrankenhausarzt-Stelle für christliche Bewerber an den Bürgermeister Gerber gewandt, aber eine unbefriedigende Antwort erhalten habe. Eine vor zwei Jahren an den sächsischen Justizminister wegen Uebergehung von Juden bei Geschworenenwahlen gerichtete Befchwerdeschrift sei bis heute un- 12'