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Im deutschen Reich · 1900-03-01 · Heft 3 (März 1900) · p. 128

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 3 (März 1900)
Article
Geschäftsbericht
Date
1900-03-01
Page
128 (sequence 16)
Language
German
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128 3m deutschen Reich. Glaubensgenossen diese nach Möglichkeit solchen Berufen zuzuführen, denen sie bisher in geringerem Grade nachgegangen sind, haben wir die Institute gefördert, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, insbesondere die Bodenkultur unter den Juden zu fördern. Wir haben für die israelitische Erziehungsanstalt in Ahlem, welche jüdische Knaben für den Gartenbau und Ackerbau vorbereitet, unterstützt und freuen uns, daß ein diesen Gegenstand behandelndes Expos« unsere» Generalsekretärs, welches vor fünf Jahren in unserem Vereinsorgan erschienen ist, neuerdings wiederum eine weite Verbreitung gefunden hat. Wir haben ferner, wie oben erwähnt, in unseren Versammlungen die Frage wiederholt erörtern lassen; wir haben endlich dem „Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" einen Beitrag gezahlt. Aehnliche Erwägungen veranlaßten uns zur Entrichtung eines Jahresbeitrages an den Verein „Lehrlingsheim in Pankow", welcher jüdische Knaben zum Handwerk erzieht. Daß wir in überaus zahlreichen Fällen antisemitischen Entstellungen entgegengetreten sind, indem wir veranlaßt haben, daß Berichtigungen bei den betreffenden Parteiblättern erzwungen wurden, bedarf bei der außerordentlichen Wirksamkeit gerade dieses Nechtsbehelfs keiner Erwähnung. Daß die antisemitische Presse solche Berichtigungen zu umgehen sucht, wo es ihr möglich ist, und daß in dieser Beziehung wir mit der „Deutschen Tageszeitung" Erfahrungen gemacht haben, deren sich die allergewöhnlichsten antisemitischen Blätter nicht hätten zu schämen brauchen, muß allerdings heroorgehoben werden, da speziell dieses Blatt sich den Anschein zu geben bestrebt ist, auf einer höheren Stufe zu stehen, als die Herren Sedlatzck und Genossen. Die üblen Erfahrungen, welche die Geschäftsantisemiten mit ihrer Verfolgung der jüdischen Religion gemacht haben, sind wohl der Anlaß gewesen, weshalb mehr der R a f s e-Antisemitismus betont wird, und in einer Beziehung könnte dieser in der That noch eher etwa» Sympathie erwecken als jener, denn durch ihn wird es zu Wege gebracht, daß wenigstens nicht diejenigen von den Angriffen verschont bleiben, welche meinen, daß die beste Art der Beseitigung de» Antisemitismus in der Fahnenflucht gefunden sei. Wird auch vom Staate dadurch, daß Juden in amtlichen Stellen von

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