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Im deutschen Reich · 1900-03-01 · Heft 3 (März 1900) · p. 126

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 3 (März 1900)
Article
Geschäftsbericht
Date
1900-03-01
Page
126 (sequence 14)
Language
German
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326 Im deutschen Reich Daß der antisemitische Vorstoß in der Schächtangelegenheit sowohl im Reichstage — und dort besonders durch die konsequente Haltung des Centrums —, als auch im badischen Landtage — wo der betreffende Antrag in der zweiten Kammer gegen 3 Stimmen abgelehnt, in der ersten durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt wurde — beseitigt worden ist, dürste bekannt sein. _ In ein neues Stadium getreten ist die Angelegenheit der jüdischen Lehrkräfte!» Berlin, indem aus Grund einer Bcrathung zwischen Vertretern des Provinzial-Schulkollegiums und der städtischen Schuldeputation ein Abkommen getroffen worden ist, durch welches zwar nach unserer Meinung ein wirklicher Rechts zustand noch nicht geschaffen, aber doch eine erhebliche Milderung des beabsichtigten Unrechts herbeigeführt worden ist. Es sind drei jüdische Lehrerinnen im Ordinariate verblieben, zwei schon beschäftigte jüdische Lehrerinnen zur Anstellung gelangt, die Anstellung neuer jüdischer Lehrkräfte und die Uebertragung des Ordinariats an dieselben auch für die Zukunft unter gewissen Voraussetzungen als nicht ausgeschlossen bezeichnet worden rc. Wir sind z. Zt. der Meinung, daß vorläusig von einem weiteren Eingreifen unsererseits abgesehen werden kann. Bezüglich bedauerlicher Vorgänge auf einem anderen Gebiete des Schulwesens wird demnächst Herr Dr. Fuchs Ihnen genaueren Bericht erstatten. Lebhaft beschäftigt haben uns die Vorgänge in der hessischen Justizverwaltung. Dort ist bisher kein einziger Jude zu einem Richteramt gelangt; erst in allerneuester Zeit sind zwei Juden zu Notaren ernannt worden, und wir haben uns durch diese Hergänge und durch die angesichts einer solchen Thatsache immer erhobenen antisemitischen Klagen über die angebliche Verjudung des deutschen Richterstandes zu statistischen Erhebungen veranlaßt gesehen, welche wir als den Beginn umfassender statistischer Arbeiten betrachten, die wir in's Auge gefaßt haben. Eine vorläufige Umfrage hat ergeben, daß insbesondere im preußischen Staate die Zahl der jüdischen Richter annähernd dem Verhältniß der jüdischen Bevölkerung zur Gesammtbevölkerung entspricht, daß also bei einem Antheil der Juden von einem Prozent der Richterstellen es wahrlich von einer geringen Werthschätzung des Richterstandes zeugt, wenn man meint und glauben machen will, daß die übrigen 99 pCt. von den <2i,dE_LK_.beeiMusien", lallen könnten^

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