Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 6 (1900)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1900)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1900-02-01
- Page
- 83 (sequence 8)
- Language
- German
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Umschau. 83 genau so viel Vertrauen wie diese zu ihm und wird einen beliebigen Anlaß finden oder an den Haaren herbeiziehen, um einer Partei überhaupt den Nucken zu kehren, in welcher man sich jetzt recht rasch verbraucht. Schreibt doch die antisemitische „Westfälische Reform" von dem ehemaligen Amtsvorsteher von Klein-Tschirne: „Graf P ü ck l e r verfiel häufiger in eine Art Predigerton. Letzterer machte auf die Versammlung einen peinlichen Eindruck, und man konnte beobachten, daß dieser rückständigeAntisemitrSmus, der mit dem jüdischen Jehovah die Macht des Judentums brechen will, auf den sreidenkenden Berliner keinen günstigen Eindruck machte.". . Die Tobten reiten schnell! Unter der Führung der beiden sächsischen Antisemiten Zimmermann und Lotze und der Berliner Leiter des „Deutschen Antisemitenbundes" wird auch die „deutsch-sociale Reformpartei" voraussichtlich mehr und mehr einen geschäftlichen Anstrich gewinnen. Der Versuch des Zimmermann'schen Organs, der „Deutschen Wacht", die durch den böhmischen Kohlenstreik hervorgerufene, besonders für die sächsischen Industriellen empfindliche Kohlennoth als eine Folge des jüdischen Wuchers darzustellen, beweist nur die jetzt im antisemitischen Lager herrschende Geistesarmuth. Der bisherige Verlauf des Bergarbeiter- Streiks in den sächsischen Kohlengruben-Gebieten beweist, daß die dortigen Bergleute von den sächsischen Antisemiten trotz deren angeblichem Mitgefühl mit den böhmischen Bergarbeitern nichts zu hoffen haben. So wenig wie sich vernünftige Menschen von Herrn Oswald Zimmermann ernreden lasten, daß der in hohem Grade bedauerliche Transvaalkrieg, bei dem auf beiden Seiten der Kampfenden jüdische Krieger bluten und fallen, in beiden Reichen jüdische Familien verarmen und darben, durch Juden herbeigeführt wurde, so wenig verfängt die Behauptung, daß die Forderungen der böhmischen Bergleute nicht erfüllt werden, weil einige Gruben sich angeblich im Besitze „jüdischer Kohlenmagnaten" befinden. Nach einer Notiz des Falkenauer Blattes „Volkswille" sind z. B. die in Ostrau-Karwin in Betracht kommenden Unternehmer die Kameraldirektion in Teschen mit. . 10 110 Arbeitern, die Witkowitzer Grube (v. Rothschild und Gebr. von Gutmann) mit « . . 9 010 „ die Ferdinands-Nordbahn mit ... 6 808 „ Gras Larisch-Mönnich mit. 4 207 „ die Gebrüder von Gutmann mit. , « 4 085 „ und Graf Johann Wilczek mit . . . 3 316 „ Dir zahlreichsten und größten Gruben in dem Streikrevier gehören