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Im deutschen Reich · 1900-01-01 · Heft 1 (Januar 1900) · p. 3

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
6 (1900)
Issue
Heft 1 (Januar 1900)
Article
Fritz Reuter und die Juden
Date
1900-01-01
Page
3 (sequence 3)
Language
German
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Fritz Reuter und die Juden. s gnügen aber habe ich den alten Moses genau abgezeichnet." Der „alte MoseS", mit seinem vollen Minen MoseS Isaak Salomon, stammte aus Reuter's Vaterstadt Stavenhagen. Geboren wurde er 1768 und starb 1837. Er war befreundet mit Salomon Heine, dem Onkel von Heinrich Heine, und unternahm als junger Mann das Wagniß, mit vier Gulden in der Tasche in Stavenhagen ein Manufakturgeschäst anzufangen, das nach und nach, namentlich durch die Kundschaft vom Lande, zur Blüthe gelangte. Später begann er ein Wollgeschäft, das ihn zum sehr wohlhabenden Manne machte; auch lieh er Geld au», besonders an Landleute, die schlechte Ernten hatten oder in Noth gerathen waren. Reuter hat diesen ehrenwerthen Alten offenbar mit besonderer Vorliebe geschildert. Die dichterische Sorgfalt, die er ihm und seinem Sohne David widmet, ist eine fast zärtliche zu nennen und der Nachruf, den er in der „Stromtid" dem Alten mit in's Grab schickt, läßt denjenigen, der zwischen den Zeilen zu lesen versteht und Verständniß für poetische Ironie hat, > die Anschauungen des Dichter» über Juden und Judenthum deutlich erkennen. „Nach em (Jochen) sturw Moses; de oll Mann was recht und gerecht dörcht Lewen gähn, un recht und gerecht gung hei ut dat Lewen. Hei sturw fast in sinem Globen, un as hei storben was, gewen se em de Bred', de den Stamm Juda taukamen, denn hei was ut den Stamm Juda; un as hei begrawen würd, satt David in de Asch mit en teretenen Rock, un vele Christenminschen folgten em nach den Kirckhof, — un ick glöw: hei i» in Abraham- Schot kamen, wenn ok Christen folgt sünd." Weit intimer als zu dem „alten Moses" war die Beziehung, die Reuter zu dem vortrefflichen jüdischen Arzt Dr. Michel Liebmann in Stavenhagen besaß. Liebmann war sein Schulkamerad und alter Duzfreund. Er ist der „Doktor Soundso" im dritten Theile der „Stromtid", welcher dem Notar Slus'uhr schriftlich bezeugt, daß die von Bräsig verabreichter» Hiebe ihm nicht geschadet. Ihm übersandte er als Beitrag für den Bau eines Krankenhauses in Stavenhagen den Ehrenpreis der Tiedge- Stiftung, den er um die Zeit, wo der Aufruf zu jener Stiftung erschien, mit berechtigtem Stolze empfangen hatte. Da» Beglett-

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