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Im deutschen Reich · 1899-12-01 · Heft 12 (Dezember 1899) · p. 677

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 12 (Dezember 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-12-01
Page
677 (sequence 2)
Language
German
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VeremsnachrichLerr. 677 gezeichnet habe, dessen hervorragendste Eigenschaft, Männerstolz vor Königsthronen, gerade in der Jetztzeit besonders hervorzuheben sei. — Sodann ging der Vorsitzende ju' o?t? geschäftlichen Mittheilungen über und berichtete'zunächst über den mißglückten Versuch der Antisemiten, ihren entschiedensten Parteimännern unter der Maske der Parteilosigkeit Stadtverordneten-Mandate zu verschaffen. Es sei zu wünschen, daß der einzige antisemitische Stadtverordnete Pretzel im Rothen Hause vereinsamt bleibe, daß aber auch den kräftigen Worten, mit welchen der Bürgermeister Kirschner ihm gegenüber die Stellung des Magistrats gekennzeichnet habe, künftig die Thaten entsprächen. Der Vorsitzende äußerte sich dann über den Rücktritt Bodeck's von der politischen Agitation, über die Auseinandersetzungen zwischen der „Staatsbürger-Zeitung" und Liebermann von Sonnenberg, die Reichgerichtsentscheidung bezüglich der den Verbreitern der Pückler-Rede zudiktierten Strafen, den Civilprozeß des Magistrats zu Frankfurt a. M. gegen den antisemitischen Gastwirth Laaß und über das bedauerliche Ende des ehemaligen Reichsgerichtsraths Mittelstädt, eines hochbegabten Juristen, der s. Z. in einer fachmännischen Schrift den Fall DreyfuS unbefangen _ beleuchtete. Um einem ausdrücklichen Wunsche des Herrn Sigmar Mehring zu genügen, der aus Anlaß der Erwähnung eines vielbesprochenen Ulk-Gedichts in einer früheren Central-Vereins-Versammlung auf Grund falscher Information irrthümlich als Christ bezeichnet wurde, erklärte der Vorsitzende, daß Herr Sigmar Mehring Dissident sei. Der „Germania", welche offenbar von der damaligen Erklärung befriedigt war, ist ein anderer Jrrthum widerfahren, indem sie den Vorsitzenden des Central- Vereins-Vorstandes mit dem Justizrath Dr. Horwitz verwechselte und ersterem eine Anerkennung zollte, welche derselbe als eine nicht ihm persönlich geltende, sondern dem Verein gebührende bezeichnete. Bei den Berathungen der Brandenburgischen Synode sei das Thema der Judentaufen berührt worden, deren Zahl sich in den letzten drei Jahren nur auf 52 belief und das Gerede von den „Massentaufen" keineswegs rechtfertigt. Der Vorsitzende wollte dahingestellt sein laffen, ob dem Vereine, der das Selbstgefühl und die Charakterfestigkeit der deutschen Juden zu kräftigen strebt, dabei ein Antheil an dem Verdienst zuzusprechen sei, die Fahnenflucht vermindert zu haben, knüpfte aber daran die Aufforderung zum eifrigen Werben für den Verein. Dieser habe übrigens neuerdings wieder durch zahlreiche Anmeldungen von nah und fern Beweise dafür empfangen, daß seinem Wirken die verdiente Würdigung mehr und mehr zu Theil werde. — Nach Eröffnung der freien Aussprache meldete sich

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