Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1899)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1899-12-01
- Page
- 657 (sequence 6)
- Language
- German
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-NMM87 557 Eine solch« d «ma gü gisch «Sprache führt das Organ des aner«- kanntenFÜHr«rsder„Deutsch'sozialenRsformpartei",'desselben-vonweIcheni die antisemitische ,;Sachsenschäu" schreibt: -)Der höfische Einfluß Lieber^ mann's, das „Nachübenschielen", haben der Partei v i e l g e s ch a d e t. Wäre der volksthümliche freie Tön, der die ersten- Versammlungen durchwehte, in der Oberhand geblieben, so hätten wir heute eine starke, oppositionelle antisemitische Volkspartei--welche den Gegnerrt das Posten- und Witzereißen auStreiben würdet Selbst die' „Staatsbürger-Zeitung^ steht im Begriff, das Tischtuch zwischen sich und Liebermann von Sounenberg zu zerschneidender zwar der Regierung gegenüber zuweilen «ine oppositionelle Haltung zeigt, aber eS um keinen Preis mit seinen adeligen Standesgenosten verderben will, welche im „Bund der Landwirthe", unbekümmert um die Klagen des Mittelstandes, ihre Sonderinteresten rücksichtslos verfolgen.' - Der Mittelstand, den die deutsch-soziale Reformpartei zu vertreten vorgiebt» und der agrarische Bund der Landwirthe haben keine gemeinsamen Interessen; vielmehr schädigt der Bund durch den Großbetrieb in seinen mannigfachen industriellen Unternehmungen eine ganze Reihe bürgerlicher Erwerbszweige weit empfindlicher, als dies durch einzelne in jüdischem Besitz befindliche Waarenhäuser geschieht. Deshalb wurde es Herrn Liebermann von vielen seiner Parteigenossen verdacht, daß er sich an der zum Zweck der Gründung einer „Ortsgruppe des Bundes der Landwirthe" in Berlin veranstalteten „Mittelstandsversammlung" betheiligt hat. ' Wenige Tage vor der Versammlung schrieb die „Staatsbürger- Zeitung": „Die agrarische Bewegung hat sich bisher als rein konservativ gezeigt, während die Mittelstands-Bewegung in Berlin in den Händen der deutsch-sozialen Reformpartei, der Christlich-Sozialen und der Bürgervereine liegt. Das Vorgehen des Bundes der Landwirthe kann demzufolge nur aufgefaßt werden als eine Störung der Kreise der deutsch-sozialen Reformpartei, die mit der vom Abgeordneten von Liebermann auf dem Parteitag in Hamburg vorgeschlagenen Taktik nicht vereinbar ist. Wer den reellen Kaufmannsstand stützen und erhalten will, der darf vor allen Dingen diesem Kaufmannsstande nicht selbst Konkurrenz machen. Die Verkaufsstelle des Bundes gleicht aber einem Waarenhause, wie ein Ei dem andern; kündigt doch der Bund an, daß durch ihn Nähmaschinen, Fahrräder, Acetylenlaternen, sowie jede gewünschte Maschine bezogen werden können. Der Verband deutscher Fahrradhändler und deutscher Nähmaschinenhändler sieht sich in Folge dessen bereits veranlaßtin seinem Fachorgane gegen die schädigende Konkurrenz des Bundes Verwahrung einzulegen, der Bund