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Im deutschen Reich · 1899-11-01 · Heft 11 (November 1899) · p. 614

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 11 (November 1899)
Article
Berlin
Date
1899-11-01
Page
614 (sequence 9)
Language
German
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614 Im deutschen Reich. gelaufenen Arbeiten den ersten Preis (150 Mk.) zuzuerkennen, dagegen ist es 3 Bearbeitern gelungen, den Bedingungen des Preisausschreibens in dem Maße zu entsprechen, daß sie eines zweiten Preises für würdig zu erachten waren. Für die Veröffentlichung und Einführung durch den D.-J. G.-B. erschien keine der Schriften in ihrer vorliegenden Form geeignet, dagegen ergänzten sich zwei der Bearbeitungen, die eine mit dem Motto: „Viel habe ich von meinen Lehrern gelernt, mehr noch von meinen Genossen, am meisten aber von meinen Schülern"- die andere mit dem Motto: „Ez cliajim“ in so glücklicher Weise, daß durch das Zusammenarbeiten der Verfasser das gesteckte Ziel voraussichtlich erreicht, werden würde. Demgemäß beschloß das Preisrichterkollegium, dem Ausschüsse des D.-J. G.-B» zu empfehlen, außer den beiden genannten.Schriften auch einer dritten, unter dem-Motto: „Sprich mit dem Kinde kindlich und verständlich" einen Preis von hundert Mark zuzuerkennen; zugleich möchten die Herren Verfasser der beiden zuerst erwähnten Schriften zu gemeinsamer Arbeit aufgefordert werden. Der Ausschuß D.-J.-G. B. hat in der Sitzung am 24. Oktober den beiden Anträgen entsprochen. Die Oeffnung der mit Motto versehenen Briefumschläge ergab folgende Verfassernamen: Die Schrift: „Viel habe ich von meinen Lehrern u. s. w." rührt 'von Herrn Rabbiner Dr. Norden in Myslorvitz, „Ez chajim“ von Herrn Rabbiner Dr. Goldberger in Marienbad, „Sprich mit dem zünde kindlich u. s. w." von Herrn Rabbiner Dr. Rosenberg, Thorn, her. Gemäß den Bedingungen des Ausschreibens sind die preisgekrönten Schriften Eigenthum des D.-J. G.-B, dagegen stehen die nicht ausgezeichneten Arbeiten des früheren und des letzten Ausschreibens ihren Herren Verfassern zur Verfügung, sobald sie die Rücksendung wünschen. Im Wahlkreise Calbe-Aschersleben hat Graf Reventlow die von den Antisemiten des Kreises ihm angeborene Kandidatur für die Reichstagsersatzwahl mit der Aufforderung abgelehnt, für den nationalliberalen Kandidaten Placke zu stimmen. Hierzu bemerkt das „Berliner Tageblatt": „Welche Ueberwindung die Antisemiten dieses Eintreten für den nationalliberalen Kandidaten gegen den Sozialdemokraten kostet, kann man aus folgender „Empfehlung" dieser Parole durch das Magdeburger Antisemitenblatt, die „Sachsenschau", erfahren: „Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen im Wahlkreise Calbe- Aschersleben, diesem gutgemeinten Winke des Herrn Grafen zu folgen und sich vor problematischen Kraftvergeudungen zu hüten, zumal der Sieg des Sozialdemokraten völlig gesichert ist." Also weil den Sozialdemokraten der Sieg ohnehin sicher ist, treten sie großmüthig für den Kandidaten der Nationalliberalen ein."

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