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Im deutschen Reich · 1899-10-01 · Heft 10 (Oktober 1899) · p. 559

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 10 (Oktober 1899)
Article
[Ohne Titel]
Date
1899-10-01
Page
559 (sequence 4)
Language
German
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Vereinsnachrichten. 559 wahren und müßten jener Schulleiterin die Möglichkeit gewähren, ausschließlich ch r i st l i ch e Kinder in christlichem Sinne zu erziehen. — Lieber die Angelegenheit der jüdischen Lehrkräfte in den Berliner Gemeindeschulen sei trotz des Wechsels im Unterrichtsministerium bis jetzt noch nicht viel Besseres als früher zu berichten, wenn auch die Zusage, daß Härten möglichst vermieden werden sollen, immerhin die Hoffnung auf weitere Milderungen nicht als unberechtigt erscheinen lasse. — Ein Hinweis auf die von einem vr. moä. Stille verfaßte Schmähschrift „Die deutsche Schule in Gefahr" in einem amtlichen Schulblatte veranlaßte den Verein zu einer Beschwerde bei dem Regierungspräsidenten in Minden. Der darauf von der dortigen Kgl. Negierung, Abtheilung für Schulsachen, ertheilte Bescheid enthielt das Versprechen, daß dieser Hinweis nicht wieder ausgenommen werden würde. An den Kgl. Landrath zu Schroda wandte sich der Vorstand mit der Anfrage, ob es ihm bekannt fei, daß ein dortiger Lehrer jüdische Fortbildungsschule!: -durch den Hinweis auf eine angebliche landräthliche Anordnung habe zwingen wollen, am Freitag Abend zu schreiben und daß er am nächsten Freitag die Zurücknahme dieser Anordnung wieder auf den Landrath zurückgeführt habe. — Hierauf erwähnte der Vorsitzende, daß in Neu-Nuppin ein auf den jüdischen Neujahrstag anberaumter Termin verlegt wurde, nachdem der Präsident des Kammergerichts aus Billigkeitsgründen eine nochmalige Prüfung des Gesuchs eines jüdischen Zeugen angeregt hatte; ferner, daß stets Rücksichtnahme auf die hohen jüdischen Feiertage bei Ansetzung von Märkten zu erzielen sei, wenn die jüdischen Gemeindevorstände den Behörden rechtzeitig die nöthigen Mittheilungen machen. — Der Vorstand des Centralvereins habe besondere Aufmerksamkeit den an mehreren Orten versuchten Schächteinschränkungen gewidmet und den bedrohten Gemeinden Rath und Beistand geleistet. Wo nicht Fristversäumnisse Vorgelegen, sei bisher das Unheil zeitweilig abgewendet worden; im übrigen sei die Frage noch im Fluß. — Gegen den Magistrat einer ostpreußischen Stadt, welche bei der Ausschreibung einer Arztstelle die Bewerbung von dem christlichen Bekenntniß abhängig machte, hat der Verein bei dem Regierungspräsidenten Beschwerde geführt. Einem in Westpreußen ansässigen jüdischen Arzt, der für eine mehrwöchentliche Abwesenheit «inen Stellvertreter christlichen Glaubens gesucht, hat der Verein klar gemacht, daß er durch sein Inserat sich selbst in den Augen anständiger Menschen herabgesetzt habe.*) — Von -den stati- *) HerrDr. Jacob inJablonowo hat es nicht fürnöthiggefunden, aufnnsere wiederholten Anfragen nach den Gründen seines verletzenden Inserats zu antlvortcn nnd seine Handlungsweise zu entschuldigen. Wir tragen um so

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