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Im deutschen Reich · 1899-10-01 · Heft 10 (Oktober 1899) · p. 560

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 10 (Oktober 1899)
Article
[Ohne Titel]
Date
1899-10-01
Page
560 (sequence 5)
Language
German
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3m deutschen Reich. bvo stifchen Aufgaben, denen der Verein sich widmete, sei jetzt die Statistik der jüdischen Richter in Preußen vollendet. Dabei sei festgestellt worden, daß die Zahl derselben keineswegs den Prozentsatz übersteige, in welchem die Zahl der Juden zu derjenigen der Gesammtbevölkerung steh«. — Bezüglich des berechtigten Wunsches, daß antisemitische Postkarten nicht durch die Reichspost befördert werden, sei ein erfreuliches Entgegenkommen der Behörden zu verzeichnen. — Ueber das Wachsthum des Central-Vereins würden die Mitglieder sich durch das ihnen demnächst zugehende Verzeichniß für!89ü orientieren können. Die Thatsache, daß die Zunahme in Berlin selbst nicht gleichen Schritt mit der großen Verbreitung im übrigen Deutschen Reiche gehalten, sollte jedes Berliner Mitglied anspornen, eifrig für den Verein zu werben. Dies sei nicht nur Ehrenpflicht, sondern auch im Interesse jedes Juden, denn wenn der Central» Verein sich mehr und mehr Gehör verschafft und schon Manches erreicht habe, danke er dies nicht nur seiner zähen Beharrlichkeit, sondern auch der Ueberzeugung der Behörden, daß hinter dem Vorstand des Central-Vereins eine sehr große Glaubensgemeinschaft stehe, von der jeder einzelne sich seiner Rechte und Pflichten als deutscher Staatsbürger bewußt sei. „Der Jndifferentismus schädigt mehr als der Antisemitismus das Judenthum, das volles Anrecht darauf hat und erwartet, daß jeder deutsche Jude seine Schuldigkeit thut!" — Wiederholt wurden diese Mittheilungen von Kundgebungen des Beifalls unterbrochen, der sich am Schluß überaus lebhaft gestaltete. Da sich niemand zum Worte gemeldet hatte, wurde die Versammlung geschloffen. Die in Berlin 6 wohnhaften Mitglieder des Central-Vereins veranstalten am Montag, den 30. Oktober, 8^ Uhr im Blauen Saale des Grand Hotel am Alexanderplatz (Eingang Neue Königstraße) eine Versammlung, für welche Herr Rabbiner Dr. Kalischer in Pasewalk einen Vortrag zugesagt hat, dessen Thema lautet: „Der Antisemitismus als Gegner der C i v i l i s a t i o n. " weniger Bedenken, seinen Namen zu nennen, weil nur dadurch andere jüdische Aerzte in Westpreutzen der Gefahr entgehen, mit dieseni Kollegen verwechselt zu werden. Die Redaktion.

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