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Im deutschen Reich · 1899-10-01 · Heft 10 (Oktober 1899) · p. 549

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 10 (Oktober 1899)
Article
Berlin
Date
1899-10-01
Page
549 (sequence 4)
Language
German
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Korrespondenzen. 549 und durch Schimpfwort« beleidigt, sodaß er sich genöthigt sah, einen Schutzmann um Hilfe anzurufen. Im Termine am 89. September bestritt der Angeklagte, eS auf eine Beleidigung des Zeugen Wollstein abgesehen zu haben; er habe denselben am ersten Tage nicht wieder erkannt. Seine Verurtheilung wegen groben Unfugs fei auch in der zweiten Instanz wieder aufgehoben worden. Am zweiten Tage habe -er Zeuge Wöllstein mit seinem Begleiter ein Gespräch geführt, durch welches er gereizt worden sei. Der Zeuge bestritt entschieden, etwas Beleidigendes geäußert zu haben. Der Gerichtshof erkannte aber aus Verwerfung der Berufung Neumanns mit der Begründung, daß jeder Staatsbürger gegen Beleidigungen auf -er Straße geschützt werden müsse. Der Ausschuß des Deutsch - Israelitischen Gemeindebundes macht Nachstehendes bekannt: „Der D.-J. G.-B. ist bei den höchsten Staatsbehörden gegen die seitens einiger Lokalverwaltungen beliebte Verlegung der Messen und Jahrmärkte auf hohe jüdische Feiertage vorstellig geworden. Von verschiedenen Seiten wird uns bemerkt, daß diese für zahlreiche jüdische Geschäftsleute so beschwerliche Anordnung sehr häufig nur darauf beruht, daß den betreffenden Kommunalbehörden die Daten der jüdischen Feste nicht gegenwärtig sind. Wir bitten deshalb die verehrlichen Vorstände der jüdischen Gemeinden, dafür Sorge zu tragen, daß die Kommunalverwaltungen rechtzeitig und mit Hinweis auf die etwa anzuberaumenden Meffen oder Jahrmärkte von den Daten unserer höchsten Feiertage unterrichtet werden. Wir sind überzeugt, daß in den weitaus meisten Fällen den religiösen Interessen unserer Glaubensgenoffenschaft Rechnung getragen werden wird." Im Alter von 74 Jahren verstarb am 28. September unser langjähriges Vereinsmitglied, Sanitätsrath Dr. HermannBlaschko, einer der angesehensten Aerzte Berlins. In dem ihm von dem „Berliner Tageblatt" gewidmeten Nachruf wurde gesagt: „Er wirkte eifrig in der medizinischen Presse für die Hebung der wirthschaftlichen Lage der Aerzte: Dabei war er immer darauf bedacht, zu mahnen, daß die Aerzte sich hüten sollten, von ihrer Stellung als Zugehörige eines freien Berufes etwas aufzugeben. Sanitätsrath Blaschko genoß schon in der Zeit, ehe die Hygiene zu einem anerkannten akademischen Lehrgegenstande wurde, einen Ruf als Hygieniker." — Durch das am 11. Oktober erfolgte Ableben des vereidigten Maklers Jsaac Ely I s a a c verlor der Verein ein anderes treues Mitglied, das ihm von seiner Begründung an angehörte. In dem Nachruf, welchen der Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde dem Dahingeschiedenen

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