Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 8 (August 1899)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1899-08-01
- Page
- 437 (sequence 2)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 487 Bestandtheil nicht so lange an Eintracht, Organisation und dem festen Willen gefehlt hätte, die Verwirklichung verbriefter Recht« zu erkämpfen. Sind diese errungen, dann mag di« jetzt so nöthige Organisation wieder in Wegfall loinmen; die deutschen Juden wollen kein« politische Fraktion, noch weniger eine Kaste, «inen Staat im Staat bilden. Ungerechte Angriffe haben uns aber zu einer Leidensgenossen» schaft gemacht, die sich zur Nothwehr fest zusammenschließen muß, um nicht die edelsten Güter feig und ehrlos preiszugeben. Wer sich dieser Organisation, welche der Central - Verein geschaffen hat und weiter ausbaut, einfügt, fördert nicht nur ein Werk der Kultur und Humanität, sondern seine eigensten idealen und materiellen Interessen ■ und diejenigen seiner Familie. Je mehr Mitglieder der Central- Verein zählt, desto mehr steigert stch sein Ansehen und Einfluß. Die 50 000 Mitglieder, die stch unter sein Banner schaaren, bilden eine ansehnliche Schaar, aber sie genügen zur Erreichung unserer Ziele noch lange nicht. Hier gilt das Wort Schiller's: „In dem Ganzen, da liegt die Macht — ich will Hunderttausend werben und meine, die werden nicht Hungers sterben!" Einer der begeistertsten Förderer deö Central-Vereins, einer der eifrigsten Werber für die gute Sache, Rentier Nathan Kantorowicz in Posen ist uns leider am 27. Juni d. I. durch den Tod entrissen worden. Seinem tiefen Gefühl für die Lage der deutschen Juden, seinem innigen Verst ändniß für die Aufgaben des Central - Vereins, seinem organisatorischem Talent, seiner unermüdlichen Thätigkeit ist es wesentlich zuzuschreiben, daß sich unS nahe an 700 Mitglieder der Posener Gemeinde angeschloffen haben. Die Erfolge, welche er hierbei erzielte, waren sein Stolz und seine Freude; sie bürgen dafür, daß sein Andenken in unseren. Kreisen stets in Ehren gehalten wird. Möge di« Erde ihm leicht sein, sein treffliches Wirken aber allen unseren Mitarbeitern als Vorbild dienen! — Auch in dem am 25. Juli d. I. dahingeschiedenen bekannten Musikpädagogen, Professor Emil B r e s l a u r in Berlin, betrauern wir ein treues und eifriges Central-Vereins.Mitglied. Der Dahingeschiedene, der in seiner Vaterstadt Kottbus nach bestandener Lehrerprüfung als Prediger und Neligionslehrer der jüdischen Gemeinde gewirkt hat, gab später diesen Beruf auf, um sich ganz der Musik zu widmen. Er entfaltete darauf hier in Berlin nicht nur als Musiklehrer, Dirigent des Reformtempel-Chors, Begründer und Leiter eines Klavierlehrer-Seminars und Klavierlehrer Vereins, als Verfasser und Herausgeber musik-pädagogischer LS