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Im deutschen Reich · 1899-08-01 · Heft 8 (August 1899) · p. 414

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 8 (August 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-08-01
Page
414 (sequence 3)
Language
German
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414 3m deutschen Reich. Staatsbürger jüdischen Glaubens" jahrelang angegriffen haben, blos weil erden Behörden ankündigte, was in jüdischen KreisenAergerniß erregte, und welche Vergiftungsversuche die antisemitische Presse an dem deutschen Volke verübte!" Wie sich erwarten ließ, haben die mißmuthigen Aeußerungen Liebermanns auf die meisten Blätter seiner Partei einen tiefpeinlichen Eindruck gemacht. Von den „engeren Gewerbsgehilfen des sich durch Tellersammlungen ernährenden Ahlwardt" berichtet die „Berl. Ztg.": „Die braven Erretter Deutschlands gestehen sich's, wenn sie unter ffch sind, ein, daß die Geschäfte unter aller Kritik sind. Was waren das für Zeiten, als geheime Wohlthäter des Geldes gleißenden Segen in dichter Fülle über diese idealdurchglühten Schnapphähne ausstreuten! Jetzt ist man schon kreuzvergnügt, wenn sich ein halbverdrehter Junker in seinem Streben nach Abwechselung zum Chorführer der Radaubrüder macht und dabei etliches Geld in Druckausträgen und Baarunterstützungen anlegt. Da aber diese Gaben nur Tropfen auf einen heißen Stein sind, so bleibt der Kern des Leides unberührt." Daß Liebermann von Sonnenberg über diese Verhältnisse sich offen äußerte, hat den Schmerz der „Staatsbürger-Zeitung" nur noch vergrößert. Sie lieferte deshalb zu dem, was er gesagt, folgenden erzwungenen Kommentar: „Liebermann dachte und denkt nicht daran, den Antisemitismus als im Rückgang begriffen hinzustellen, und wenn irgend etwas das Geseire von dem Rückgang des Antisemitismus lächerlich zu machen geeignet ist, so sind es die Wahlerfolge des bayerischen Bauernbundes, der bis auf die Knochen antisemitisch ist. Trotz der ungünstigsten Verhältnisse hat er seine Mandate mehr als verdoppelt. Die bayerischen Wahlen zeigen die Lebenskraft des Antisemitismus; sie zu neuer Bethätigung aufzurütteln, war der Zweck des Artikels des Herrn von Liebermann." Es liegt in dieser Auslaffung des Antisemitenblattes immerhin ein Fünkchen Wahrheit, während di? Einleitung des Kommentars, Liebermann's Bekenntniß sei „Manna für die Cohn's, Levi's und wie die auS Galizien herübergekommenen Juden sonst heißen mögen," keine Spur von Berechtigung hat. Wir wissen sehr gut, daß leider die katholische „Köln. Volkszeitung" Recht hat, wenn sie nur „denAntisemitismus in der bisherigen Form" und die sogenannte „Berliner Bewegung" als todt bezeichnet. Der Antisemitismus Stöcker's, Liebermann's und Zimmermann's ist thatsächlich ebenso im Absterben begriffen, wie derjenige Ahlwardt's, Sedlatzek's, Pickenbach's und wie diese Art von Volksbeglückern „sonst heißen mögen" — aber in

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