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Im deutschen Reich · 1899-08-01 · Heft 8 (August 1899) · p. 392

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 8 (August 1899)
Article
Die Jahresberichte
Date
1899-08-01
Page
392 (sequence 4)
Language
German
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392 )m deutschen Reich. thier Juda's, war ein beliebtes Symbol. Nach alten'Handschriften des Rabbiners Josef Salomo Graziano aus Modena beschreibt er einen alten „Löwenschrein". Derselbe war aus Nußholz geschnitzt und vergoldet, er ruhte auf zwei in voller Plastik aus demselben Material gearbeiteten knieenden Löwen. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatte er die Synagoge zu Ascoli geschmückt und als Thora-Lade gedient. Als die Juden 1569 von dort ver» trieben wurden, nahmen sie ihn mit nach ihrer neuen Heimath Pesaro und benutzten ihn dort zu gleichem Zwecke, bis er für die sich ansammelnden Thorarollen zu klein wurde. Doch berichtet Kaufmann auck von einem Gutachten des 1661 zu Padua verstorbenen Samuel Archevolti, welches verbot, die Wände der Synagogen mit Pflanzen, Blumen und Bäumen auszumalen. Endlich beschreibt er noch aus der hölzernen Synagoge zu Zabludow in Polen das Basrelief an der heiligen Lade mit Pflanzenmustern und eine mit phantastischen Thierköpfen geschmückte Balustrade auf der Frauengalerie. In Jablonowo wurde 1656 bis 1670 das Gotteshaus auf allen vier Wänden mit Malereien in lebhaften Farben ausgeschmückt, welche sogar Vögel, haselnutzknackende Eichhörnchen, auf einen Baumstamm kletternde Bären und scklangenumwundene (d. h. wohl mit denselben kämpfende) Störche darstellen. Aus der Rede, mit der Herr B a u r a t h S t i a ß n y die Generalversammlung von 1897 einleitete, ist hervorzuheben, daß vor etwa 45 Jahren der französische Archäolog Felicin de Saulcy sein Werk: „L’histoire de l’art judaique“ mit den Worten begonnen habe: L’art juda'ique n’existe pasr daß derselbe aber schon nach kurzem Aufenthalt in Palästina zu 'dem Resultat gelangt war, daß die jüdische Nation die Künste bis zu einem hohen Grade von Vollkommenheit gebracht habe. Im Gegensatz zu den gedachten Herren nimmt der Oberrabbiner Dr. Güdemann in einer Rede über „Das Judenthum und die bildenden Künste" es als eine „bekannte Thatsache an, daß bei den Juden weder in der alten Zeit, in welcher sie einen Staat bildeten, noch späterhin in der Zerstreuung die bildenden Künste eine erhebliche Pflege gefunden haben". Erst seit etwa 100 Jahren sei ein Umschwung erfolgt. Zwischen 1782 und 1795 habe der Berliner Jchthyolog Markus Elieser Bloch ein zwölfbändiges Werk über die Naturgeschichte der Fische herausgegeben, und dies sei der Ausgangspunkt für die Betheiligung der Juden an den bildenden

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