Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 8 (August 1899)
- Article
- Die Jahresberichte
- Date
- 1899-08-01
- Page
- 391 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Jahresberichte. 391 Erzeugnisse der Literatur, Kunst und Wiffenschast, insoweit die, selben auf die politische und Kulturgeschichte der Juden Bezug haben, gesammelt und aufbewahrt werden, gleichviel ob sie von Angehörigen des Judenthums oder vonfolchenandererVölkerstammen". Es ist rühmenswerth, daß diese Männer ihre Aufgabe in'S Werk setzten, während über ihrer Heimathstadt die Fahne der Lueger'schen und der Schönerer'schen Partei wehte. Ihr Verein, zu dessen Vorstand viele hervorragende Namen aus verschiedenen Berufsständen gehören oder gehörten — wir nennen nur den Dichter Ludwig August Frankl, den juristischen Professor Grünhut, den Ohrenarzt Professor Politzer, den Komponist Ignaz Brüll, den Schauspieler Sonnenthal — hat bereits zwei Hefte mit Jahresberichten herausgegeben. Die Rechnungs-Abschlüsse weisen für die Jahre 1895, 1896 und 1897 Einnahmen von 1490, 1451 und 3123 Gulden auf, Ausgaben von 1234, 1221 und 1875 Gulden. Auch die Mitgliederzahl ist um etwa das Doppelte in dieser Zeit gestiegen. Der Katalog der bisherigen Sammlungen zerfällt in folgende Abtheilungen: I. Graphische Darstellungen: nach der heil. Schrift, aus dem religiösen und bürgerlichen Leben der Juden, Nachbildungen plastischer Werke des Alterthums und der neueren Zeit, ferner Bilder von Bauwerken für rituelle und kulturelle Zwecke, Landkarten, Stadtpläne, Grabschriften und eine ganz stattliche Porträtsammlung. II. Plastische Darstellungen. III. Gegenstände für rituelle Zwecke; Menorah's, Gewürzbüchsen, Gebetbücher, Sabbathlampen,Thora-Vorhängeund-Wimpeln (Mappen). V.Münzen und Medaillen. VI. Handschriften. VII. Bücher und Zeitschriften. In den herausgegebenen Heften finden sich auch werthvolle Aufsätze. Herr A. Epstein bildet eine Münze ab, die eine Weintraube, eine Lyra und die in samaritanischen Buchstaben wiedergegebene Umschrift Simeon zeigt. Er bestimmt die Zeit ihrer Herkunft mit einiger Wahrscheinlichkeit auf den Aufstand unter Hadrian. Professor Dr. David Kaufmann bringt Mittheilungen „zur Geschichte der Kunst in den Synagogen".*) Er weist nach, daß trotz des biblischen Verbotes „Du sollst Dir kein Abbild machen" Malerei und Plastik in die Gotteshäuser ihren Einzug gehalten haben. Besonders der Löwe, das Wappen- *) Er ist leider inzwischen verstorben: von den oben Genannten weilt auch Frankl nicht mehr unter den Lebenden. 26*