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Im deutschen Reich · 1899-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1899) · p. 374

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-06-01
Page
374 (sequence 2)
Language
German
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374 )m deutschen Reich. Wir habe« der Redaktion der „Staatsbürger-Ztg." «ine Abschrift dieses Schreibens gesandt und dabei bemerkt: „Wir nehmen an, daß die Redaftion ein Interesse hat, über die Unzuverlässigkeit ihres Korrespondenten aufgeklärt zu werden. Wenn ferner die Redaftion offenbar unbegründet« Angriffe nicht wird auftecht erhalten wollen, so dürste eine Rücknahme der früheren Notiz im Interesse der Wahrheit nicht zu umgehen sein. Da8 Original der Zuschrift vorzulegen, sind wir bereit." — Die Redaftion der „Staatsbürger- Ztg.", die sich so gern als Wächterin der Moral aufspielt, hat es unterlassen, der Wahrheit die Ehre zu geben und es vorgezogen, ihre Leser auch ferner an das dumme Märchen der „Neutomischeler Steueraffäre" glauben zu lassen. An solchen Redakteuren ist Malz und (Neutomischeler) Hopfen verloren — par nobile fratrum! Trotz der vorgerückten Jahreszeit war die am 8. Juni d. I. im „Augusta Viftoria-Saale, Berlin W., Lutherstaßr 31/32, abgehaltene allgemeine Vereinsversammlung sehr gut besucht. Nachdem Herr Rechtsanwalt Dr. H o r w i tz die Versammlung eröffnet hatte, schilderte Herr Rabbiner Dr. S. Hochfeld aus Frankfurt a. Oder in einem einstündigen Vortrage „ein Jahrhundert geistiger Kampfe", indem er einleitend betonte, daß es nicht genüge, um die Anerkennung unserer politischen Rechte zu ringen, sondern daß auch die Anerkennung des Judenthums als einer den modernen Kulturfaktoren ebenbürtigen geistigen Macht des Kampfes werth sei. Es müsse bewiesen werden, daß das Judenthum sich nicht überlebt habe, daß es existenzberechtigt sei. Den dafür seit einem Jahrhundert geführten geistigen Kampf zu beschreiben, hatte sich der Vortragende zur Aufgabe gestellt und dabei sorglich vermieden, was zu einer im Central-Verein grundsätzlich »nicht zulässigen Diskussion über religiöse Fragen Anlaß geben könnte. Er sprach zunächst über das Wirken und die Schicksale der Epigonen Moses Mendelssohn's, über ihre Irrwege, würdigte aber auch die von ihnen gegebenen nützlichen Anregungen und schilderte dann den Lebensgang und die bedeutenden Leistungen des um die Wissenschaft des Judenthums hochverdienten Gelehrten Leopold Zunz. Der Vortragende wies sodann nach, wie diesem geistigen Pfadsinder eine ganze Reihe tiefgebildeter Männer folgte, Jost, Rapoport, Luzzat, Sachs, Jellinek, Frankel» Philippson, Grätz u. A. m. und wie vor allen Anderen Abraham Geiger den Begriff der geistigen Fortentwickelung in das Judenthum hineingetragen habe. Die Versuche, die Entwickelung durch Debatten und Abstimmungen zu fördern, erwiesen sich auf verschiedenen Rabbiner- Versammlungen und Synoden als unausführbar; sie scheiterten an

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