Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1899-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1899) · p. 364

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1899)
Article
Berlin
Date
1899-06-01
Page
364 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2316602-2316650-2316657-2324266--05493-2324385
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

364 3m deutschen Reich. Knabenmord ist noch immer nicht gesühn t." Diese bedauerliche ThaLsache mit der Beförderung in Verbindung zu bringen, ist eine journalistische Leistung, welche den Charakter der „Staatsbürger-Zlg." kennzeichnet. Es ist auch kaum daran zu zweifeln, daß die Redaktion dieses edlen Blattes nicht nur ebenso wie alle Welt von der Unschuld Buschoff's fest überzeugt ist, sondern auch davon, daß es den Juden hochwillkommen wäre, wenn der Mörder des Tantener Opfers überführt und jene Missethat endlich gesühnt würde. Die Freude der Antisemiten über eine solche Sühne dürfteaber kaum eine aufrichtige sein! — Ihr Versuch, den in Erzhausen bei Braunschweig an einem jüdischen Knaben verübten Mord für ihre Hetzzwecke zu verwerthen, ist kläglich gescheitert, aber der trotzdem tief beklagenswerthe Fall bedarf doch noch weiterer Aufklärung. Der „Post" ist berichtet worden, daß der in Oberhausen verhaftete angebliche Handelsmann Juda Seiden, der in Gemeinschaft mit seiner Schwester, der verhafteten Jetta Seiden aus Galizien, deren kleinen Sohn am 13. März d. I. auf der Chaussee Freden-Erzhausen ermordet haben sollte, aus der Haft entlassen wurde, weil er mit dem steckbrieflich verfolgten Handelsmann Juda Seiden nicht identisch ist. Weshalb diese galizischen Bettler auf solche grauenhafte Weise des Kindes sich entledigt haben sollten, das bei ihrer Bettlerfahrt nur die Spender freigebiger stimmte, den Beiden also weit mehr Nutzen als Beschwerden brachte, ist ein Näthsel. Die „Allg. Zeitung des Judenthums" veröffentlichte eine Aufstellung der antisemitischen Bade-, Kur- und Erholungsorte. Wir entnehmen dieser Liste folgende Namen: Borkum, Juist, Amrum, Zinnowitz, Heiligenhafen, Großtabarz in Thüringen, das Pensionat am Frauenkloster am Ottilienberg, Kurhaus Palmenwald in Freudenstadt (Schwarzwald), Luft- und Wasserkurort Einöd bei Friesach in Obersteiermark, Gasthof zur Gräftn in Kufstein, Mezzolombardo (Rest. Gröbner), Rentsch b. Bozen, Cafe Schgraffer in Bozen, Sermione a. Gardasee (Hotel promessi sposi), Hotel Schröder, gen. Villa Flora, in Neuenahr. (Wir bitten unsere Leser, uns über unangenehme Erfahrungen, die sie etwa in Sommerfrischen machen sollten, ausführliche Mittheilungen zugehen zu lassen. Die Redaktion). Für A h l w a r d t' s silberne Hochzeit erließ ein Komitee einen Aufruf zur Sammlung von Beiträgen. In diesem Aufruf zur Sammlung hieß es u. a.: „Seine Thätigkeit trägt gegenwärtig wieder die h e r r l i ch st e n Früchte, und wir dürfen mit Sicherheit erwarten, daß er, der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.