Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1899)
- Article
- Heinrich Heine
- Date
- 1899-06-01
- Page
- 324 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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824 Im deutschen Reich. Sprache ist auch sein Konflikt mit Platen zurückzuführen. Heine hatte in dem zweiten Theil der „Reisebilder" einige Stachelverse Jmmermanns über die seit Anfang der zwanziger Jahre grassierende Nachahmung orientalischer Dichtungsweisen abgedruckt. Obwohl kein Name genannt war, so bezog sie Platen, der kurz vorher zwei Hefte „ Gaselen " und einen „Spiegel des Hafis" hatte erscheinen lassen, in seiner Eitelkeit dennoch aus sich und vollzog an den Bekrittlem seines Dichterruhmes, den er, beiläufig damals noch gar nicht besaß, in dem „Romantischen O e d i p u s " ein rhadamantisches Strafgericht. Seine Freunde beschworen ihn, wenigstens die maßlosen Jnvekiiven gegen Heine wegen dessen jüdischer Abstammung zu mildern. Er ließ sich nicht bedeuten, obwohl er von Jmmermann nichts als ein Trauerspiel und von Heine nur einige Gedichte kannte. Die Folge davon war, daß durch seinen „ O e d i p u s " nicht die beiden Frevler vernichtet wurden, sondern der Pfeil des Schimpfes auf den Schützen zurückprallte und Graf Platen durch die scharf geschliffene, witzsunkelnde Entgegnung Heines eine bedeutende Einbuße in der öffentlichen Achtung erlitt. Es war nicht das letzte Mal, daß Heine von der Gemüthsroheit seiner Gegner wegen seiner jüdischen Herkunft beschimpft wurde. Seinem um etwa zehn Jahre älteren Kampfgenossen Ludwig Börne erging es nicht besser. Immer ist es der Jude, von dem sie nicht loskommen können, die Soldschreiber, Streber und Hetzer. Börne schreibt darüber in seinen „Briefen aus Paris": „Jude! Jude! Das ist der letzte rothe Heller aus der armseligen Sparbüchse ihres Witzes. Aber nach allem, ich wollte, es gäbe mir einer die drei Louisdor zurück, die ich für mein Christenthum dem Herrn Pfarrer verehrt. Seit achtzehn Jahren bin ich getauft und es hilft mir nichts. Es war eine thörichte Verschwendung." Eine andere Briefstelle lautet: „Nein, daß ich ein Jude geboren, das hat mich nie erbittert gegen die Deutschen, das hat mich nie verblendet. Ich wäre ja nicht werth, das Licht der Sonne zu genießen, wenn ich die große Gnade, die mir Gott erzeigt, mich zugleich ein Deutscher und ein Jude werden zu lassen, mit schnödem Murren bezahlte — wegen eines Spottes, den ich immer verachtet, wegen Leiden, die ich längst verschmerzt. Nein, ich weiß