Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1899)
- Article
- Heinrich Heine
- Date
- 1899-06-01
- Page
- 321 (sequence 4)
- Language
- German
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Heinrich Heine. 321 und die Freuden des großstädtischen Lebens vergnüglich genoß. Schließlich ließ sich Salomon Heine dennoch bewegen, ihm die bisherigen Studienmittel noch auf zwei weitere Jahre zu bewilligen. Erst jetzt machte der Neffe mit dem Jus Ernst. Er vergrub sich zunächst bei den Seinigen, die nach Lüneburg übergesiedelt waren, und kehrte dann nach Göttingen zurück, wo er im Mai 1825 das Examen glücklich bestand und am 20. Juni zum Doktor der Rechte promoviert wurde. Im Herbste durchwanderte er von Göttingen aus den Harz. Die Frucht dieser Wanderschaft war das köstliche Buch „Die Harzreise", welches die Brust Deutschlands von dem Joch befreite, unter dem es seit der Entthronung Napoleons schwerer und schwerer geächzt hatte. Denn die Angst vor dem Geiste der. Befreiungskriege hatte die Heilige Alliance erzeugt, welche in der- Maske einer alten Betschwester Deutschland tyrannisierte und erniedrigte. Alles politische Leben war geknebelt, jedes freie Wort geächtet, und , die Blüthe der Jugend welkte und verdarb in den Untersuchungsgefängnissen und auf den Festungen. In der Literatur machten sich eine wässerige Empfindelei, eine affektierte Kindlichkeit und Frommheit, die süßliche Lüsternheit eines Clauren, die tollhäuslerischen Schicksalstragödien eines Houwald breit. In diese Stickluft drang jetzt das souveräne Lachen, mit dem Heine in der „ H a r z r e i s e" den Gelehrtendünkel und die studentische Rohheit, das falsche Naturempfinden und die philiströse Nüchternheit, die gequirlte Begeisterung, die steifleinene Deutschthümelei erbarmungslos dem wohlverdienten Spotte preisgab. Und Deutschland lachte mit ihm wie nicht mehr, seitdem es dem pfäffisch-junkerlichen Mittelalter zu Grabe geläutet hatte. Es war das fröhliche Lachen der Hoffnung, daß nunmehr die Spukzeit der Nachtgespenster vorüber sei und ein neuer, schönerer Morgen anbrechen müsie. Und dieses Lachen' wurde freier, lauter und schneidender mit jedem neuen Bande der „ N e i s e b i l d e r ", von denen die „ H a r z r e i s e" der erste war und der letzte unter dem Kampfgetöse der Pariser Julirevolution geschrieben wurde. Aber in der „ H a r z r e i s e" stand noch ein Anderes. Das waren die jugendfrischen Lieder und vor allem die Fülle der lyrischen Herzensklänge, die Heine später in dem „Buch der