Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1899)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1899-05-01
- Page
- 281 (sequence 9)
- Language
- German
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sich nach unseren „d e u t li ch en W o rt en" zu richten, hat die letztere leider nicht angegeben. ES ist wohl auch nicht anzunehmen, daß der jüdische Herausgeber der „VolkS-Ztg." dem Central-Verein zu Liebe nur jüdische Redakteure anstellen werde, trotzdem sich sicher unterdiesen kein einziger fände, der über christliche oder jüdische Gebete irgend «in verletzendes Wort schriebe. Die von der „Germania" aus einem Artikel der „VolkS-Ztg." künstlich konstruierte angeblich „jüdischdemokratische Christenverlästerung" ließ anscheinend der „Kreuz-Ztg." keine Ruhe, bis sie endlich so glücklich, war, auch aus der „Berliner Zeitung" etwas Aehnliches herauszufinden. Ein ganz zweifellos ohne Anregung seitens des jüdischen Verlegers dieses Blattes von dem christlichen Redakteur verfaßter Leitartikel, in dem unter der Ueberschrist „Berliner Schwarz" die Vermehrung der evangelischen Kirchen in Berlin besprochen wurde, bot dazu die erwünschte Gelegenheit. Die „Kreuz-Ztg." hätte gewiß eine Berechtigung gehabt, die Bezeichnung „Sport" für den Eifer bei dem Kirchenbau einer scharfen Kritik zu unterziehen, aber ganz gewiß nicht zu der ebenso aufreizenden als widersinnigen' Bemerkung: „Wir haben es in der Leistung der „Berliner Ztg." mit einem jüdischen Vorstoß gegen das Christenthum zu thun." Das ist ein nicht minder verwerflicher „Sport" deS frommen Blattes, das dabei einen „antisemitischen Vorstoß gegen das Judenthum" versucht, welches bekanntlich seine Bekenner lehrt, jedes Gotteshaus zu ehren. Daß es übrigens der „Kreuz-Ztg.", wenn sie von „Judenblüttern" schreibt, gar nicht darauf ankommt, ob der Verleger oder der Redakteur sich zur jüdischen Religion bekennt, sondern daß sie jedes Blatt, welches einer freieren Richtung huldigt, kurzweg zur „jüdischen Presse" rechnet, geht aus nachstehender Notiz (Nr. 186 vom 21. April d. I.) hervor: „Es ist bemerkenswerth, wie sich die jüdische Presse zu dem ihr sehr fatalen Knabenmorde stellt, woran nach der Mittheilung der braunschweigischen Staatsanwaltschaft ein jüdischer Mann betheiligt ist. Das „Berliner Tageblatt" bringt die Mittheilung ungekürzt und unverstümmelt, ebenso die „Berliner Zeitung", nur giebt diese noch ihrer Befürchtung Ausdruck, daß die Sache als Ritualmord angesehen werden möchte. Die „National-Zeitung" streicht die Beziehungen des muthmaßlichen Mörders zu dem jüdischen Schächten, das rituale Gebet u. s. w. und ist bemüht, einen vor Wochen aus Breslau verschwundenen Kaufmann Behnke, der wegen Betruges flüchtig geworden war, mit der Mordthat in Verbindung zu bringen. Seine Frau habe nämlich damals kurz vor ihrer Niederkunft gestanden. Die beste Leistung hat 18*