Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1899)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1899-05-01
- Page
- 280 (sequence 8)
- Language
- German
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DischeringS und mit ihnen zahlreiche Katholiken im Westen Deutschlands heute mehr Vertrauen in die Heilwirkung alten Rheinweins, als in die ihres Gebets setzen. Wir glauben, daß auch der hl. Vater ein GlaS guten Rheinweins für ein angenehmeres Stärkungsmittel hält, als die feierlichste Messe." Wenn die „Germania" sich über die Verspottung der feierlichsten Mesie und der Heilwirkung des Gebets entrüstete, war sie in vollem Recht, aber sie hätte nur bedenken müssen, daß auch die Juden beten und sich verletzt fühlen, wenn über die Heilwirkung des Gebets geringschätzig gesprochen wird. Der „Germania" bot aber der Umstand, daß die sich wahrlich nicht als jüdisches Blatt geberdende „Volks-Ztg." einen jüdischen Verleger hat, die offenbar erwünschte Gelegenheit, wieder einmal „die Juden" zu Prügelknaben zu machen und einen Artikel zu liefern, den die „Kreuz-Ztg." und eine ganze Reihe von Antisemiten-Blättern mit Behagen abdrucken. In diesem Artikel wurde u. a. gesagt: „DaS alles müssen die Christen beider Konfessionen sich gefallen lassen, müssen über das, was ihnen heilig und verehrungswürdig ist, den jüdischen Spott ergehen lassen; aber wenn einmal irgend einem Juden auf die Hühneraugen getreten wird, dann erhebt sich im ganzen Volke Israel ein Mordsgeschrei, und flugs ist der „C e n t r a l v e r e i n d e u t s ch e r StaatsbürgerjüdischenGlaubens" mit seinen Denunziationen bei der Hand. So seltsam es klingen mag: Die Christen beider Konfessionen in Dentschland haben es viel nöthiger, sich gegen Verunglimpfungen ihres Glaubens von jüdischer Seite und besonders in der jüdischen Presse zu schützen und zu diesem Zwecke einen Verband zu schließen zum Schutze, nicht zum Angriff. Wir sind keine Freunde des vulgären Antisemitismus, aber gegenüber jüdischen Frechheiten, wie sie das Blatt des Herrn Cohn „für jedermann aus dem Volke" sich gestattet, muß jedes christliche Empfinden sich empören. Wir sind überzeugt, daß es auch jüdische Kreise giebt, welche solche Verunglimpfungen des christlichen Glaubens und christlicher Gebete mißbilligen, die es für taktlos und unanständig halten, darüber Spott und Hohn zu ergießen, und darum wollen wir unsere Bemerkungen keineswegs gegen das Judenthum im allgemeinen richten. Der „Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdisch en Glaubens" hätte aber gewiß alle Veranlassung, auch einmal nach dieser Richtung hin seine Thätigkeit zu entfalten und ein deutliches Wort zu reden." Wie wir es anfangen sollen, den christlichen Redakteur der „Volks-Ztg.", die dem Central-Verein gegenüber ebenso wenig Wohlwollen bekundet wie die „Germania", dazu zu zwingen,