Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1899)
- Article
- Die Antisemiten unter sich
- Date
- 1899-05-01
- Page
- 258 (sequence 6)
- Language
- German
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268 3m deutschen Reich. Inzwischen hatte sich aber ein neues Unwetter über dem Haupte des General-Anzeiger-Herausgebers zusammengezogen, weil sich dieser aus geschäftlichen Gründen in der Briefkasten-Notiz mißfällig über zwei antisemitische Gastwirthe geäußert hatte, insbesondere über den einen derselben, der das Herrn Sedlatzek gehörige große Bild Ahlwardt's von der Wand genommen und in den Keller gestellt hatte. Die von Sedlatzek angegriffenen Besitzer der „Deutschen Wirthshäuser I und II" (Friedrichstraße 210 und Vurgstraße 29), Fritz Sommer und Heinrich Nühenbeck, veröffentlichten hierauf nachstehende Erklärung: „In Folge einer im Briefkasten des „Deutschen General- Anzeigers" des Herrn Karl Sedlatzek enthaltenen Drohung gegen den mitunterzeichneten Besitzer des „Deutschen Wirthshaus II" erklären wir hierdurch, daß unsere Lokale zu hoch stehen, um auch ferner noch ein derartiges Revolverblatt darin zu dulden. Der „Deutsche General-Anzeiger" besteht künftig nicht mehr für uns." Während der von Wilhelm Kretzer geleitete „Deutsche Antisemiten- Bund" gleichzeitig seinenMitgliedern empfahl, dem alten GesinnungSgenoffen Nühenbeck volle Sympathien gegenüber unerhörten Angriffen zu erweisen, verwies der General-Anzeiger seine Gesinnungsfreunde an ein anderes „Deutsches Wirthshaus", um „Buben und Neidern" zu zeigen, daß sie treu zu ihm ständen. In der Generalversammlung des „Deutschen Antisemiten-Bundes" hatte der Vorsitzende das Verfahren Sedlatzek's den beiden Wirthen gegenüber in den schärfsten Ausdrücken getadelt. Die „StaatSbürger-Ztg." berichtete darüber ausführlich und fügte dann hinzu: „Es entspann sich eine längere Debatte, in welcher das Vorgehen des Herrn Sedlatzek allgemein verurtheilt und der Vorstand des „D. A. B." beauftragt wurde, ihm die Mißbilligung des „D. A. B." auszusprechen und ihm gleichzeitig anzuzeigen, daß man seinen „Deutschen General- Anzeiger" und ihn selbst im „D. A. V." nicht mehr zu sehen wünsche. Auch jener Artikel in seiner Zeitung, in welchem er aus Reklamezwecken den Namen der Kaiserin in Verbindung mit der Nichtbest ätigungdesBürgermeistersKirschnermißbrauchte, wurde scharf gerügt und als verwerflich bezeichnet. Auf eine Anfrage, ob Herr Sedlatzek überhaupt der Deutschsozialen Reformpartei als Mitglied angehöre,, wurde mit-