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Im deutschen Reich · 1899-04-01 · Heft 4 (April 1899) · p. 234

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 4 (April 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-04-01
Page
234 (sequence 11)
Language
German
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234 Im deutschen Reich. weiterlebe und fortwirke. Herr Stadtverordneter Dr. Gabriel ergänzte den Vergleich zwischen dem Anfang und dem Ende des Jahrhunderts durch sehr interessante Mittheilungen aus seiner eigenen reichen Erfahrung und seiner Kenntniß besonders der Glogauer Zustände. Mit dem Fortschreiten des liberalen Gedankens sei auch die bürgerliche Stellung der Juden gehoben worden; heute, wo die Gleichberechtigung durch die Verfassung gegeben sei, gebiete es einem jeden von uns die Pflicht, in treuem Festhalten an dem Glauben der Väter dem Judenthum Ehre zu machen. — Nach kurzen Erwiderungen der Herren Dr. Schneider und Dr. Moses schloß der Vorsitzende die Versammlung. - In geselligem Beisammensein blieben viele der neugewonnenen Mitglieder noch lange vereinigt, und die Begeisterung für unsere Sache, die sich immer wieder aussprach, läßt hoffen, daß die Wirkung dieses Abends von nachhaltiger Dauer sein wird. Im dichtgefüllten Saale des „Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde", Berlin W., Potsdamerstr. 9, wurde am Donnerstag, den 13. April d. I., eine Versammlung des Central- Vereins abgehalten, in welcher Herr Rechtsanwalt Dr. Ludwig F u l d aus Mainz in einem einstündigen Vortrage das Thema „Der Antisemitismus in der Wissenschaft" in geistvoller Weise behandelte. Wir verzichten darauf, die von der Versammlung mit reichem Beifall aufgenommenen Ausführungen hier im Auszuge mitzutheilen, da wir den ganzen Wortlaut der gedankenreichen Arbeit in einem der nächsten Hefte dieser Zeitschrift zu veröffentlichen gedenken. Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz, welcher die Versammlung leitete, veranlaßte diese, nachdem sie schon durch anhaltenden Beifall dem Vortragenden ihren Dank bekundet hatte, ihrer Anerkennung auch durch Erheben von den Sitzen noch weiteren Ausdruck zu geben. — Der Vorsitzende widmete hierauf dem dahingeschiedenen Dereinsmitgliede, Professor Dr. H. Steinthal, der eine Zierde der deutschen und der jüdischen Wissenschaft gewesen, und dem ebenso gesinnungstüchtigen wie glaubenstreuen deutschen Volksvertreter jüdischen Bekenntnisses, Ludwig Bamberger, tiefempfundene Nachrufe. Daran schloß sich ein kurzer Bericht über das weitere Wachsthum des Vereins, zu dem die Versammlungen in Charlottenburg (7. März), in Frankfurt a. M. (4. April) und in Glogau (6. April) wesentlich beigetragen haben, sowie über das, was in letzterer Zeit auf dem Gebiete des Rechtsschutzes geleistet worden ist. Der Redner berührte dabei die „Dreschflegel-Reden" des Grafen- Pückler und die Art, wie dieselben von einigen antisemitischen Blättern zu einer sensationellen Reklame benutzt wurden, verwies sodann auch

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