Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 4 (April 1899)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1899-04-01
- Page
- 232 (sequence 9)
- Language
- German
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282 Im deutschen Reich. heiten zeigten, berechtige zu großen Hoffnungen für die Zukunft. An den Dank für das zahlreiche Erscheinen knüpfe er die Bitte an die Anwesenden, die hier gehörten Ausführungen hinauszutragen und sich als Werber für die gute Sache zu erweisen. Das große Ziel des Central- Vereins sei nur durch eifrige Mitarbeit begeisterter Genossen zu erreichen, es sei nichts Anderes als: jedem treuen deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens alle staatsbürgerlichen Rechte! Der Leiter der Versammlung, Herr Fritz Auerbach, richtete in einer tiefempfundenen Ansprache noch herzliche Dankesworte an die beiden Herren Vereinsvorsitzenden, sowie an alle Theilnehmer der Versammlung, welche sodann geschloffen wurde. Ueber die am 6. April in Glogau stattgehabte Versammlung des Central-Dereins wird uns berichtet: Die im „Deutschen Hause" abgehaltene Versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens war von 60—70 Personen besucht und wurde von Herrn Amtsgerichtsrath Frankel geleitet. Derselbe begrüßte zunächst den Vertreter des Vorstandes, Herrn Oberlehrer Dr. Schneider-Berlin, und Herrn Dr. med. Moses-Liegnitz, der es übernommen hatte, über die Ziele und Zwecke des Vereins, über die Erfolge, die er errungen, und über die Aufgaben, die er noch zu lösen hat, zu berichten. Der Vorsitzende wies sodann darauf hin, daß die Bürger Glogaus durch die Ereignisse des verflossenen Vierteljahrs recht dringend hingewiesen worden wären auf die Nothwendigkeit einer Abwehr, wie sie seit Jahren von dem Central-Verein geübt worden, dem auch das schnelle und energische Vorgehen gegen den Grafen Pückler-Kl.-Tschirne zu danken sei; für die Bestrebungen dieses Vereins auch in Glogau Verständniß und Anhänger zu gewinnen, dazu sei die Versammlung berufen worden. — Herr Oberlehrer Dr. Schneider dankte darauf im Namen des Vorstandes dem Vorsitzenden für die freundlichen Worte der Begrüßung und allen Herren, die um die Veranstaltung der Versammlung sich bemüht hätten. Die Glogauer Gemeinde sei nicht nur ehrwürdig durch ihr Alter, sondern ausgezeichnet durch die Namen der bedeutenden Männer, die aus ihr hervorgegangen. Salomon und Eduard Munk, Michael Sachs, David Cassel u. a. hätten durch ihre wiffenschastliche Thätigkeit nicht nur sich selbst, sondern auch ihrer Vaterstadt ein Ehrendenkmal unter den deutschen Juden gesetzt. Und auch in der thätigen Mitarbeit an dem Wohl der Gesammtheit hätten jüdische Männer Glogaus sich von jeher bewährt: so seien schon am Anfang des Jahrhunderts unter den ersten Stadt-