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Im deutschen Reich · 1899-04-01 · Heft 4 (April 1899) · p. 231

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 4 (April 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-04-01
Page
231 (sequence 8)
Language
German
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Vereinsnachrichten. 23t Geltung brachte, die er einst beidrrBegründung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus fast allein verfochten habe. Damals habe er schon betont, daß wir zwar mit innigem Danke die Mitarbeit edler Christen an den Abwehrbestrebungen annehmen müßten, daß wir aber schlechte Juden und schlechte Deutsche sein würden, wenn wir uns nicht auch selbst helfen würden. Er freue stch, daß der Central-Verein begründet worden sei zur Vertheidigung unserer Rechte, nicht zur Erlangung der Duldung. „Ich will keine Duldung, darauf pfeife ich; ich will unser Recht. Will man dies uns nehmen, so müssen wir eS vertheidigen. Rur zu diesem Zweck schließen wir unS zusammen, und wenn unser Recht nicht mehr gefährdet sein wird, dann können wir den Verein entbehren. Im liberalen Sinn kann man nicht für ausschließlich jüdische Vereinigungen sein, aber hier handelt es sich nicht um jüdische Interessen, sondern um Wahrung des Rechts und um Erweckung des Rechtsbewußtseins in Anderen. Wollen die Zionisten bei dem Kampfe um das Recht mit helfen, um so Keffer!" Nach diesen mit lebhaftem Beifall belohnten Ausführungen vertraten die Herren Rechtsanwalt Dr. Schauer und Louis Cahn nochmals den zionistischen Standpunft. Sodann rühmte Herr Stadtverordneter Simon Heß aus Wiesbaden das schneidige Auftreten des Central-Vereins in einer Wiesbadener Angelegenheit und empfahl für das weitere Wirken möglichste Fühlung mit der politischen Presie. Nun folgte das Schlußwort, in welchem Herr Rechtsanwalt Dr. H o r w i tz seiner Freude Ausdruck gab, daß in der Versammlung, obgleich ihr Verlauf an einigen Stellen etwasturbulent gewesen, doch volle Redefreiheit gewaltet und jedenfalls über die Thätigkeit und die Ziele des Central-Vereins volle Ueberstimmung aller Anwesenden sich kundgegeben habe. Wenn eine Aeußerung des Vortragenden bezüglich des einstigen Abschlusies der Vereinsthätigkeit von Einzelnen mißverstanden worden sei, so wolle er nochmals betonen, daß die Abwehr nicht länger als der Angriff dauern, für das Selbstbewußtsein und die Selbstachtung der Juden aber keine Grenzzeit bestehen solle. Die Aeußerungen deS Vortragenden über den Zionismus hätten eigentlich gar keinen Anlaß zu Vertheidigungen des letzteren geboten, denn wenn dieser nicht den Nationalstaat, sondern nur die Unterstützung heimathloser ausländischer Glaubensgenossen anstrebe, werde der Central-Verein damit gern übereinstimmen. Dir empfohlene Fühlung mit der politischen Presse sei sicher erwünscht, aber früher durch die Sprödigkeit der liberalen Presse unmöglich gewesen; erst in neuester Zeit sei darin eine erfreuliche Wandlung eingetreten. Der Verlauf der ersten Frankfurter Versammlung, bei der sich nur über Detailfragen Meinungsverschieden-

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