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Im deutschen Reich · 1899-04-01 · Heft 4 (April 1899) · p. 230

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 4 (April 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-04-01
Page
230 (sequence 7)
Language
German
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230 Im deutschen Reich. Central-Verein schützen, der bereits eine achtunggebietende Organisation darstelle und besonders durch Hebung des jüdischen Selbstbewußtseins ein großes Verdienst erworben habe. — Dies erkannte auch der nächste Redner, Herr Rechtsanwalt Dr. Schauer aus Mainz, an, dessen Ausführungen aber lauten Widerspruch hervorriefen, als er daran die Behauptung knüpfte, daß die Ziele der Zionisten, welche letzteren für die „Judenstaat" - Schrift Dr. Herzl's durchaus nicht verantwortlich gemacht werden dürften, sich vielfach mit den Zielen des Central-Vereins deckten. Die Zionisten dächten nicht daran, für deutsche Juden, sondern nur für ihre im Osten Europas im Elend schmachtenden Glaubensgenossen eine gesicherte Heimstätte in Palästina zu schaffen. Auf die Bitte des Vorsitzenden, sich nicht von dem Gegenstand der Tagesordnung zu entfernen und hier auf jede Propaganda für den Zionismus zu verzichten, entgegnete Herr Rechtsanwalt Dr. S ch a u e r , er habe nichtsolchePropaganda machen, sondern nur darlegen wollen, daß seine Freunde sich gern an dem Central- Derein betheiligen möchten, sofern in demselben andere Anschauungen über den Zionismus Platz greifen würden. Der Vorsitzende des Central-Vereins-Vorstands, Herr Rechtsanwalt Dr. H o r w i tz , erklärte hierauf, sich als Gast in der Versammlung auf die Versicherung beschränken zu wollen, daß er nichts gegen die Mitarbeit der Zionisten an der Abwehrthätigkeit einzuwenden habe, wenn sie sich gleichzeitig ihrer Versicherung gemäß als treue, gute Deutsche bewähren. Er wolle nicht untersuchen, ob die Zionisten wirklich auf die nationalstaatlichen Ideen verzichteten, mit welchen sie anfangs hervortraten, und ob wirklich alle Zionisten dies thäten; ihm genüge ihre Versicherung, daß sie jetzt selbst bekennen, daß ihre Ziele sich in der Hauptsache mit denen des Central-Vereins decken. Die Abstammungsfrage hätte der Vorredner lieber aus dem Spiele lasten sollen. Im Central-Verein sei jeder Jude als Mitglied willkommen, der sich als Jude und als deutscher Staatsbürger fühle; treue Juden und treue Deutsche wollen, sollen und müssen wir im Central-Verein sein. Wir wollen nicht betonen, was uns trennt, sondern was uns eint; das einigende Moment ist aber das Wesen des treuen deutschen. Juden! Diese von der Versammlung mit Begeisterung aufgenommene Erklärung verhinderte nicht, daß noch zwei jugendliche Redner trotz stürmischer Unterbrechungen den Versuch machten, für den Zionismus eine Lanze zu brechen. Sie bewirkten damit nur, daß ein Antrag auf Schluß der Rednerliste zur Annahme gelangte. Das Wort erhielt nun Herr Justizrath Dr. Geiger, welcher darüber seine Freude kundgab, daß der Central-Verein diejenigen Grundsätze zur

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