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Im deutschen Reich · 1899-04-01 · Heft 4 (April 1899) · p. 228

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 4 (April 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-04-01
Page
228 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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228 Im deutschen Reich. deutschen Juden, die gegen den gemeinsamen Gegner fest zusammenstehen und in der Stunde der Gefahr alle Meinungsverschiedenheiten ebenso bei Seite lassen müssen, wie jeder innere Zwist schwinden soll, wenn das Vaterland durch den äußeren Feind bedroht wird. Der Redner verwies dabei auf das, was der Central-Verein in voller Erkenntniß der Wichtigkeit einer Verinnerlichung des JudenthumS, der Kenntniß seiner Geschichte und Ethik, zur Abwehr der wider das Schächtverfahren gerichteten Angriffe geleistet hat und wie in Berlin, Posen u. a. O. Strenggläubige und Freisinnige sich als Mitarbeiter des Central-Vereins bewähren. Der Verein sei eine Vereinigung deutscher Männer; er sei nicht zionistisch; er erkenne den Stolz und das Selbstbewußtsein an, welche die Zionisten beseele, aber er halte es für falsch, bei schlechter Behandlung seitens des Vaterlandes diesem zu schmollen und den Coriolan zu spielen. Wir wollen uns nicht böse abwenden, wenn man uns einmal schlecht behandelt, sondern Liebe zu erringen oder doch zu verdienen suchen. (Lebhafter Beifall.) Wir stehen auf deutsch-nationalem Boden; das Judenthum ist uns eine Glaubensgenossenschast, keine Nation! (Beifall.) Aber wir fassen alle Juden zusammen, wo es sich um die großen Fragen unseres Rechts handelt; uns darf kein« Mainlinis, keine Elblinie trennen, wenn es gilt, unser Heiligstes vor Schaden zu bewahren! Als Mittel gelten dabei der Rechtsschutz und die Aufklärung. Der Vortragende beleuchtete nun zunächst die Leistungen des Vereins auf dem Gebiete des Rechtsschutzes, die erzielten wirkungsvollsten Reichsgerichtsentscheidungen, die Wichtigkeit der Sammlung des Materials, die Ueberwachung der antisemitischen Presse, die Bedeutung der den Antisemitenblättern aufgedrungenen Berichtigungen und die Nichtigkeit des Vorwurfs des „Denunziantenthums". Daran schloffen sich Mittheilungen über den Verkehr mit den Verwaltungsbehörden, über das Verhalten der Vereinsmitglieder bei verschiedenen Wahlen, über die Förderung der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur, für Bodenkultur, für Ahlem u. a. m. durch den Central-Verein. Der Redner streifte dann auch die Aeußerungen des Unterrichtsministers über die Empfindungen christlicher Eltern den jüdischen Lehrkräften gegenüber und betonte, daß es bei richtigem Empfinden undVerständnißfür dieEthik desJudenthums gerade die Aufgabe der Verwaltung gewesen wäre, nicht dem Rückfall in mittelalterliche Auffassungen Rechnung zu tragen, sondern erziehlich zu wirken. So müssen wir denn selbst der Welt sagen, daß wir in keinem Punkte der Religiosität, Sitte und des Pflichtgefühls hinter den Bekennern anderer Religionen zurückstehen. Durch das Zusammenfassen aller deutschen Juden und durch

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