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Im deutschen Reich · 1899-03-01 · Heft 3 (März 1899) · p. 179

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 3 (März 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-03-01
Page
179 (sequence 16)
Language
German
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vere'msnachnchte». 17« noch müßten dieselben nicht genugsam bekannt sein, denn sonst müßte der Central-Verein schon heute eine wirkliche Centrale für alle Deutschen jüdischen Glaubens sein. Auch die Versammlung in Charlottenburg solle dem Zwecke dienen, größere Klarheit darüber zü verbreiten, was wir wollen, w i e wir es wollen, was wir in redlichem Ringen im Laufe von sechs Jahren bereits erreicht haben, was wir weiter zu erstreben gedenken. Der Vortragende schilderte nun in ausführlicher Weise, wiederholt von lebhaften Beifallskundgebungen unterbrochen, die Thätigkeit, welche der Verein bisher nach innen und nach außen entwickelt, wie er in den verschiedensten Zweigen der Verwaltung Veranlassung hatte, seine Wirksamkeit zu bethätigen. Der Verein habe nach außen und nach innen Aufklärung erstrebt, Hebung des sittlichen Bewußtseins und des Selbstgefühls unter den deutschen Juden, Verachtung der gesinnungslosen Fahnenflüchtigen, die ohne Ueberzeugung -wegen äußerer Vortheile ihre Religion wechseln, Belehrung der Kurzsichtigen, die aus falcher Elternzärtlichkeit ihre Kinder taufen lassen, um diesen die Laufbahn zu ebnen, ihnen aber und sich selbst dabei das Glück des Familienzusammenhangs rauben. Wenn der Central-Verein nach dieser Richtung hin für Gesinnungstüchtigkeit, Manneswürde, Charakterfestigkeit und Treue wirke, befasse er sich doch nicht mit religiösen oder Gemeindeanlegenheiten. Die verschiedensten Richtungen in religiösen und politischen Beziehungen wirken im Central- Verein nicht trennend; hier können sich alle deutschen Juden zusammenfinden, die treu sind sich selber, treu ihrem Vaierlande. Wer das ist, wer das bleiben will, der komme zu uns! — Langanhaltender Beifall folgte diesen Ausführungen und alle Anwesenden folgten unter erneuten Beifallskundgebungen der Aufforderung des Vorsitzenden,dem Vortragenden durch Erheben von den Sitzen ihren Dank zu bekunden. Bevor man zu dem nächsten Punkte der Tagesordnung überging, wurde eine kurze Pause gemacht, während deren der General-Sekretär des Central-Vereins zahlreiche Beitrittserklärungen entgegennahm. Nach Eröffnung der Diskussion, die sehr befriedigend verlief, kam es zu einer Aussprache über die weitere Propaganda in Charlottenburg und im Westen Berlins, über die Angelegenheit der Berufung von Juden zu Schöffen und Geschworenen, über verschiedene Vorkommnisse in Kriegervereinen und über den angeblichen Ahnherrn des Grafen P ü ck l e r - Kl.-Tschirne (einen reichgewordenen österreichischen „ Pökler ", der in Schlesien nach der Taufe den Adel erlangte). In dem Schlußwort sah sich Herr Dr. H o r w i tz veranlaßt, auf die in der Debatte vorgebrachten Anregungen einzeln einzugehcn, wobei er betonte, daß der Central-Verein nicht dasselbe, wie der „Verein zur Abwehr des

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