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Im deutschen Reich · 1899-03-01 · Heft 3 (März 1899) · p. 170

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 3 (März 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-03-01
Page
170 (sequence 7)
Language
German
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170 Im deutschen Reich. Vor Eintritt in die Diskussion forderte Herr Spediteur Schlef i n g e r in kurzer kerniger Ansprache zum Beitritt auf. Nach kurzer Pause sprach Herr Rechtsanwalt Dr. S a m u e l s o h n in sehr beifällig aufgenommener Rede zu Gunsten des Beitritts, sodann Herr Dr. N e u st a d t über die Aufgaben des Vereins bei den Wahlen und das Verhalten der jüdischen Landtagsabgeordneten. Eine von dem Redner beantragte Resolution, welche dem Central-Verein im Gegensätze zu den Abgeordneten volles Vertrauen aussprach, wurde auf Ersuchen des Herrn Rechtsanwalt Dr. L ö v i n s o n von dem Antragsteller zurückgezogen. Die Herren Fabrikbesitzer H i r s ch f e l d und ea'nä. jur. Paul Posener regten in einzelnen Punkten eine schärfere Betonung der Dereinsaufgaben an, worauf von den beiden Herren Vorstandsmitgliedern Erklärungen abgegeben wurden, die offenbar befriedigten. Gegen Mitternacht schloß der Vorsitzende unter Dankesworten an die Berliner Herren die Versammlung, die das Interesse für den Verein in Breslau neu belebt und die Zahl der dortigen Mitglieder auf 570 erhöht hat. Die Versammlung verlief in bester Stimmung und guter Ordnung. Störungsversuche, von denen ein lokaler Berichterstatter andeutungsweise spricht, sind nicht vorgekommen. Die im Saale der Brauerei Pfefferberg am 21. Februar d. I. veranstaltete Versammlung der in Berlins, und NO. wohnhaften Mitglieder des Central -Vereins war so zahlreich besucht, daß der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nachdem Herr Redakteur N. W o h l b e r g die Versammlung eröffnet hatte, erhielt Herr Dr. Alfred Goldschmidt aus Breslau das Wort zu einem Vortrage über „Ghettospuren". Der Redner betonte, daß große jüdische Vereinigungen, ganz abgesehen von ihren besonderen Zwecken, auch den Werth hätten, den Vorwurf zu widerlegen, daß sich die Juden nicht selbst genügen und sich deshalb in christliche Gesellschaften einzudrängen versuchen. Er bezeichnete es im weitern Verlause seiner Ausführungen als eine der mißlichsten Folgen der antisemitischen Bewegung, daß sie es dem jüdischen Theile des deutschen Volkes erschwere, zu dem Selbstgefühl gleicher Berechtigung und persönlicher Würde zu gelangen. Nachdem der. Vortragende die Stellung der Negierung und die der chriftflucht gelte." VUict) die Angabe, das; in Breslau 2*/*, in lüegniy 40, in Posen sogar 70 Prozent der „Gemeinde" bem Verein angehören, ist rmsp verständlich; Herr Dr. X. hat dabei nicht von der „Gemeinde", sondern von den s e l b ü ä n d i g e n Gemeindemitgliedcrn gesprochen.

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