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Im deutschen Reich · 1899-03-01 · Heft 3 (März 1899) · p. 169

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 3 (März 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-03-01
Page
169 (sequence 6)
Language
German
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vereinsimchrichteli, 1G9 darauf nicht beschränke, sondern auch noch andere Aufgaben zu lösen habe. Zu diesen.gehören: a) die Aufklärung und zwar zunächst diejenige der Glaubensgenossen, welche sich der antisemitischen Bewegung gegenüber noch indifferent verhalten, dann aber auch diejenige der christlichen Mitbürger, die von den Beweggründen der Antisemiten und ihrer ungerechten Kampfesweise unterrichtet werden müssen. Mittel zur Lösung dieser Aufgabe sind: Widerlegung der Verleumdungen in Wort und Schrift (Versammlungen, VereinSzeitschrift, Berichtigungen der überwachten antisemiti chen Presse, Materialsammlung, die sich .besonders bei der Schächtfrage als Vorbeugemittel bewährte, Bekämpfung der Flugblätter durch Gegenflugblätter u. s. w.) Weitere Aufgaben sind: d) die Unterstützung verwandterBestrebungen, sei es, daß ähnliche Organisationen mit uns das gleiche Ziel verfolgen, oder daß sie die Bildung in jüdische Kreise hineintragen, wie Literaturvereine, Lesehallen u. s. w., oder Vorwürfen der Judengegner den Boden entziehen, wie z. B. der Verein für Bodenkultur^ die Ahlemer Anstalt ru A. m., e) die Schärfung des sittlichen Verantwortlich k e i 1 s g e f ü h l s jedes Einzelne^, die Hebung des Selbstbewußtseins und Selbstvertrauens, die Erweckung neuer Liebe zum Judenthum und die Kräftigung des Solidaritätsgesühlö. Hierauf schilderte der Redner die bisherige erfolgreiche Propaganda, die ermuthigenden Beispiele von Posen und Liegnitz, und ermahnte die noch Fernstehenden, durch Beitritt zum Central-Verein einer Ehrenpflicht zu genügen. Damit würden sie nicht nur berechtigte Interessen des Judenthums und ihre eigenen vertreten, sondern auch den vaterländischen Sinn bethätigen, den uns die Antisemiten immer streitig machen wollen. Die Ausführungen des Retners wurden mehrfach durch Veisall unterbrochen, der sich geradezu stürmisch kundgab, als Redner diejenigen mit scharfen Worten geißelte, die der Religion ihrer Väter um materieller Vorthcile willen untreu werden!"*) *) In dem Bericht des „Jüdischen Volksbtattes" ist in leicht nüßzüverstehender Kürze mitgetheilt worden, Herr Tr. Lewy habe gesagt: „haß die Taufe schon jetzt als verächtlich gelte." Die „Schlesische Zeitung", welche den Bericht in der Einleitung eines gegen den Verein gerichteten Artikels als „authentisch" bezeichnet. lies; es sich nicht entgehen, die Worte „Taufe" und „.veracht- .lid)" gesperrt zu. drucken. Herr Dr. L. hat nur ausgeführt, „daß die Taufe eines.Juden, der rächt ans lleberzengung, sondern aus materiellen Gründen seinen Glauben wie ein Kleidungsstück wechsele, als verächtliche Fahnen-

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