Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 3 (März 1899)
- Article
- Der Werth des jüdischen Eides
- Date
- 1899-03-01
- Page
- 128 (sequence 8)
- Language
- German
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128 Im deutschen Reich. in den meisten Anstalten Deutschlands dem systematischen Religionsunterricht zu Grunde gelegt wird, folgende Ausführungen über den Eid (32. Auflage, Leipzig 1893), Seite 30 ff.: „Der Eid ist eine Aussage oder ein Versprechen, wobei man Gott anruft zum Zeugen der Wahrheit . . . Solcher Eidschwur ist erlaubt und sogar Pflicht, wenn uns die Obrigkeit dazu auffordert und wir dasjenige, was wir beschwören, ganz gewiß wiffen. „Jer. 4. 2. Du sollst schwören, so wahr Gott lebt, bei Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit. 5. M. 6. 13." Unnöthiger Weise zu schwören ist Sünde und Mißbrauch des heiligen göttlichen Namens. Das dritte Gebot: „Du sollst den Namen u. s. w." „Schon Dein Ja und Nein sei rechtlich." Tal. Mezia 49. Die furchtbarste Sünde aber ist es, wenn man falsch (einen Meineid) schwört, und vorsätzlich das als wahr beschwört, wovon man weiß, daß es nicht wahr ist, oder vorsätzlich nicht hält, was man eidlich versprochen hat, denn dadurch versündigt man sich: 1. gegen Gott, besten Allwiffenheit und Gerechtigkeit man verleugnet und besten heiligen Namen man dadurch entweiht. „Ihr sollt bei meinem Namen nicht falsch schwören. Du entweihest dadurch den Namen Deines Gottes; Ich bin der Ewige (der dies gewiß bestraft), 3. M. 19, 12; 2. gegen seinen Nebenmenschen, dem man dadurch Schaden und Kränkung zusügt; auch zugleich gegen die Obrigkeit, indem man sie belügt, und es ihr unmöglich macht, nach Gottes Willen Recht und Gerechtigkeit auf Erden zu handhaben; 3. a n sich selbst, indem man dadurch sein Gewissen verhärtet, sich von nun an von Gott und dessen Beistand l o s s a g t und als Gottloser keinen Frieden mehr hat. „Gottlose haben keinen Frieden, spricht Gott" Jes. 57, 21. Außer d i e s e r S t r a f e, daß der Meineidige nie Frieden im Innern und keinen Trost in der Todesstunde hat, nimmt er auch sein nagendes Gewissen noch mit in die Ewigkeit und hinter-