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Im deutschen Reich · 1899-02-01 · Heft 2 (Februar 1899) · p. 92

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
5 (1899)
Issue
Heft 2 (Februar 1899)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1899-02-01
Page
92 (sequence 5)
Language
German
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92 Im deutschen Reich. Schrift „Die Hohenzollern und die R e! i g i o n S f r e i h e i t": „Kein Staat hat so viel für die Durchführung dieser hohen Idee gethan, als unser preußischer Hohenzollernstaat. Der preußische Staat war geradezu der Bannerträger der religi.ösen Duldung in der Geschichte der Menschheit." Aus einem Erlaß des Großen Kurfürsten vom 26. November 1645 zitiert Zorn den herrlichen Ausspruch: „Wir seind Gott Lob des Verstandes, daß Wir uns über die Gewisien Unserer Unterthanen keines Jmperii anmaßen, sondern dasselbige Gott allein anheimstellen." Die duldsamen und gastfreundlichen Gesinnungen des edlen, kerndeutschen Kurfürsten haben den Grund gelegt zu den großen Errungenschaften Brandenburgs, zu der heutigen staatlichen und wirthschastlichen Bedeutung Preußens. Heute aber darf ein antisemitisches Blatt, die „Staatsbürger-Zeitung", der Regierung den der Humanität hohnsprechenden Rath ertheilen: „Wenn die fremden Juden in Deutschland nach einer gewisien Zeit ihre ursprüngliche Staatsangehörigkeit verloren haben werden, die deutsche aber nicht besitzen, so werden sie einfach ausgewiesen und sie sind nicht in der Lage, irgend eine Negierung zur Wahrnehmung ihrer Interessen zu beeinflussen, aus dem einfachen Grunde, weil keine Negierung dazu berechtigt, wenn überhaupt geneigt ist." Wenn nicht bald in akademischen Kreisen die Nothwendigkeit einer unbefangenen, von chauvinistischen Anschauungen unbeeinflußten Stellung zur Judenfrage, wie sie Theobald Ziegler in Straßburg und Philipp Zorn in Königsberg einnehmen, allgemein anerkannt wird, dürsten wir auf der schiefen Ebene noch weiter abwärts gleiten. Daß die Männer, welche das Judenthum aus religiösen Gründen anfeinden, diesen Niedergang ebenso befördern wie die Rasieantisemiten, läßt sich aus den verschiedensten Aeußerungen angesehener Organe entnehmen. Von dem „Philister" der „Vereine israelitischer Studenten" schrieben kürzlich die „Grenzboten": „Obwohl er den talmudischeu Speisegesetzen völlig entwachsen ist, zahlt er dennoch in die Synagogengemeinde die bedeutenden Beiträge, die diese dazu verwendet, um einen polnisch-galizischen Schächter anzustellen, der in der dem Zudenthum eigenrhümlichen, geschmackvollen Weise das Amt eines Seelsorgers mir dem eines Viehschlächters verbindet, und obwohl der Philister des Vereins israelitischer Studenten nicht daran glaubt, das; es Gott wohlgefällig sei, wenn inan an neugeborenen Knaben die bekannte lals Körperverletzung nicht gerade strafbare» Verkürzung vornimmt, so läs;t er sie doch durch den jüdischen Schächter ansführen und überträgt diesem

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