Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 5 (1899)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1899)
- Article
- Aus dem Protokoll des ersten Verbandstages des Verbandes der jüdischen Lehrervereine
- Date
- 1899-02-01
- Page
- 84 (sequence 2)
- Language
- German
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oeutiöjen «eich. Frankfurt, Hamburg u. dergl. erhalten solle, beantragte Steinhardt' Magdeburg die sv bloo-Annahme des ganzen Statuts. Der Referent stellte hierzu das Amendement, die innerhalb des nächsten Jahres von den Einzelvereinen zu stellenden Anträge dem Kuratorium der Kaffe zu überweisen, welches die Verpflichtung übernehmen soll, die Anträge eingehend zu prüfen und erforderlichen Falls eine Aenderung der Satzungen der Centralkaffe in die Wege zu leiten. Nachdem Gutkind-Kaffel Antrag und Amendement lebhaft befürwortet, wurden dieselben in namentlicher Abstimmung gegen zwei Stimmen angenommen. Die Berathung über verschiedene Anträge auf Aenderung der Satzungen, Aenderung der Zusammensetzung des Verbandsvorstandes und auf Ausgabe von Mitgliedskalten wurde ausgesetzt und einer Kommission zur Vorberathung überwiesen. Sodann referierte Herbst-Lissa über den Modus der Subventionierung der Vereinsversammlungen. Seine Ausführungen gipfelten darin, den Subventionen fernerhin eine dreijährige Durchschnittsberechnung zu Grunde zu legen; die Versammlung erklärte sich hiermit einverstanden. Für den Antrag des Vereins jüdischer Lehrer der Ost- Provinzen auf Begründung eines Stellennachweises für die Mitglieder des Verbands machte Becker-Wollstein ethische und praktische Gründe geltend. Nachdem Referent einige Vorschläge über die Einrichtung des Stellennachweises vorgebracht hatte, kam er zu dem Schluffe, daß die Organisation dem Verbandsvorstande zu überlaffen sei. In der Diskussion wurden außer zustimmendcn Aeußerungen auch die Schwierigkeiten und Bedenken zum Ausdruck gebracht; schließlich einigte man sich auf Antrag Steinhardt's dahin, dem Anträge im Prinzip zuzustimmen und dem Verbandsvorstande das Material zur Berichterstattung an den nächsten Delegiertentag zu überweisen. Sodann erfolgte um 11 Uhr Abends der Schluß der ersten Sitzung. Der zweite Verhandlungstag (27. Dezember 1898) begann mit der Berathung über die gegenwärtigen Verhältniffe der jüdischen Schulen und über den Antrag auf Abfassung einer Denkschrift über die Bedeutung der jüdischen Schulen. Der Referent Amram-Borken schilderte den starken Niedergang der jüdischen Volksschulen; im Jahre 1886 haben noch 318 solcher Schulen bestanden, im Jahre 1898 gab es deren nur noch 246.