Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1898)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1898-12-01
- Page
- 642 (sequence 8)
- Language
- German
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049 3m deutschen Reich. Gesetz ist von nachstehenden Firmen unterzeichnet: Adolf Renner, Herrn. Mühlberg, Robert Bernhardt, Moritz Hartung, Siegfried Schlesinger, Carl Anhäuser, H. Schönrock's Nachfolger, C. G. Heinrich, F. Bernhard Lange, Wilhelm Thierbach, Gebr. Eberstein, W. Metzler, Carl Schneider, Ewald v. Freyberg, C. Anschütz Nachfolger, Ernst Göcke, H. Di. Schnädelbach, C. M. Niedenführ, Hirsch & Co. Wilhelm Nanitz, Müller & C. W. Thiel, Deertz & Ziller, Clemens Birkner, C. Hepke, C. Hesse, Albert. Krohne, Robert Gaideezka, Steigerwald & Kaiser, Robert Böhme jr., Oskar Renner, August Hoffmann (Inh. E. Mögel), F. M. v. Rohrscheidt, Derkaufshaus der Ueltzenschen Wollenweberei zu Gera, Mättig, M. & R. Zocher, Dresdner Molkerei Gebr. Pfund. Unter diesen Firmen befinden sich nur zwei jüdische, dagegen eine ganze Anzahl solcher, deren Inhaber bisher die deutsch-soziale Reformpartei unterstützt haben, sich jetzt aber von derselben in ihren Interessen auf das Bedenklichste bedroht erachten. In den antisemitischen Kreisen Dresdens hat besonders die Entschiedenheit, mit welcher kürzlich der konservative Vorsitzende der Handels- und Gewerbekammer, Kommerzienrath H u l tz s ch , jedes Rütteln an der Verfassung der Reichsb a n t als „nationales Unglück" bezeichnete, tiefes Befremden erregt. Hultzsch begrüßte es dankbar, daß die Vorsitzenden und Sekretäre der sächsischen Handels- und Gewerbekammern sich für den bekanntlich von den Antisemiten hart bestrittenen Fortbestand der Reichsbank in ihrer jetzigen Organisation in einer am 5. November stattgehabten Konferenz einstimmig erklärt haben. Daß der bisher von der deutschsozialen Reformpartei ausgeübte Terrorismus trotz des Erfolges bei den letzten Dresdener Stadtverordnetenwahlen neuerdings in dortigen maßgebenden Kreisen seine Wirkung verfehlt, beweist die Haltung des „Dresdner Anzeigers", des Organs der städtischen Behörden der« sächsischen Hauptstadt. Gegen diese Haltung richtet sich der folgende Wuthausbruch der Zirnmermann'schen „Deutschen Wacht": „Wenn das Todschweigesystem „auf höheren Befehl" in jenem „parteilosen" Blatte gegen die Veranstaltungen der Dresdener Reformpartei geübt wird, hat uns das selten oder nie Anlaß zu öffentlicher Kritik gegeben, weil wir meinen: es sei Sache der Stadtväter, darin Wandel zu schaffen. Wir kennen die Gründe nicht, welche die Stadtverordneten bewogen haben, in dieser Frage bisher „der Tapferkeit besseren Theil" walten zu lassen: Scheu vor den gerunzelten Brauen des Dresdener Rathsolympiers wird es wohl nicht gewesen sein! Wenn aber der „Dresdner Anzeiger" in seinem politischen Theil fortgesetzt Artikeln Raum giebt, welche den Antisemitismus im