Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 11 (November 1898)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1898-11-01
- Page
- 598 (sequence 7)
- Language
- German
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598 )m deutschen Reich. Unfug unternommen wurden, über daS neueste Edikt des Provinzial- Schulkollegiums gegen das Klaffen ordinariat der jüdischen Lehrkräfte und über die erfolgreichen Schritte der Rechtsschutzkommission gegen die Verbreiter der Kol - Nidre - Verleumdungen. Er führte hierauf die von der antisemitischen Presse vielbesprochenen Abstreifungen alttestamentlicher Namen auf ein „Privilegium der getauften Juden" zurück und betonte aus Anlaß eingegangener Klagen über ein im „Ulk" veröffentlichtes „deutsch-orientalisches Wörterbuch", daß der Name des Verfaffers, der sich 8. Mg. Unterzeichnete, S. Mehring, sich nicht im Verzeichniß der jüdischen Gemeinde finde. — Nach Eröffnung der Diskussion vertrat Herr S a l i n g e r unter' voller Anerkennung der übrigen Leistungen des Central-Vereins die Ansicht, daß der Vorstand die Lösung der Landtagskandidaten-Frage ruhig hätte der Leitung der Volkspartei überlassen können. Herr Rektor Dr. Adler drückte den Wunsch aus, daß der Vorstand sich auch ferner mit der Angelegenheit der jüdischen Lehrkräfte befassen und sie nicht lediglich der städtischen Schuldeputation überlassen möge. Herr Dr. Horwitz erachtete eine neue Eingabe des Central-Vereins bei der jetzigen Sachlage als wenig aussichtsvoll. Sollte trotzdem eine neue Eingabe beschlossen werden, so werde der Vorstand dazu den fachmännischen Rath des Herrn Dr. Adler in Anspruch nehmen. Wiederholt von unwilligen Zurufen unterbrochen, unternahm es Herr Apotheker Löwenstein den Beweis zu führen, daß die Taktik des Central-Vereins bei dem Wahlkampf nicht die richtige gewesen sei. Herr Dr. Horwitz wies hieraus auf Grund der von dem Vorredner gemachten mehrfachen irrigen Angaben nach, wie ungenügend derselbe informiert war. Herr Dr. Fuchs berichtigte ebenfalls irrthümliche Behauptungen des Herrn Löwenstein und wandte sich dann gegen die Ausführungen des Herrn Salinger. Diese wurden auch von Herrn W o h l b e r g bekämpft, welcher dem Vorstand dafür dankte, daß er bei den Landtagswahlen den Weg der Selbsthilfe beschritten habe. Herr Rechtsanwalt Dc. L ö v i n s o n drückte die Ueberzeugung aus, daß das öffentliche Auftreten des Herrn Löwenstein bei den Reichstagswahlen der Kandidatur Friedemann nichts weniger als förderlich gewesen sei. Ein Kompromiß zu Gunsten der Liste Träger-Hermes-Friedemann, von dem Herr Löwenstein gesprochen, hätte vielleicht von einzelnen Herren, aber niemals von dem Vorstande abgeschloffen werden können. Nachdem der städtische Lehrer Herr Dr. A. Levy nochmals die Angelegenheit der jüdischen Lehrkräfte erörtert hatte, schloß Herr Dr. Horwitz die Versammlung mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß dieselbe Licht und Klarheit geschaffen haben möge.