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Im deutschen Reich · 1898-11-01 · Heft 11 (November 1898) · p. 594

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 11 (November 1898)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1898-11-01
Page
594 (sequence 3)
Language
German
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594 deutschen Reich. segensreich erwiesen habe. Herr Dr. meä. O. W i e s e n t h a l betonte den Werth solcher Belehrungen für die Abwehr antisemitischer Angriffe und warnte eindringlich vor Unterschätzung der Gefahr, die darin liege, daß Männer, die in der Jugend das antisemitische Gift eingesogen hätten, sich jetzt in Amt und Würden befänden. Der Redner empfahl zielbewußtes, mannhaftes Einstehen für die Gleichberechtigung und insbesondere festen Zusammenschluß im Central- Verein. Den Abschluß der Debatte bildeten weitere Ausführungen des Herrn Dr. Rosenthal, in welchen der Werth wissenschaftlicher Erörterungen für die Abwehr judenfeindlicher Angriffe betont und dem Central-Derein dafür Dank gezollt wurde, daß er zu solchen Erörterungen Gelegenheit biete. Unter dem Vorsitze des Herrn Dr. med. Jos. Lewy fand am 8. Novemder d. I. im „Deutschen Hof", Berlin '8., eine Versammlung der im 8. und 80. wohnenden Mitglieder des Central - Vereins statt, in welcher General - Sekretär Alphonse Levy einen Vortrag über „Kleinigkeiten" hielt. Der Vortragende knüpfte seine Betrachtungen an den im „American Hebrew" veröffentlichten Ausspruch des Dr. Baar vom „Lrphan Asylum" in New-Jork: „Life is partly made of trifles, and in paying the necessary attention to them, we do not mercly avoid many vexations and unpleasantnesses, but we also remain ou best terms with our friends and neighbours", (Das Leben besteht zum Theil aus Kleinigkeiten, und wenn wir diesen die gebührende Aufmerksamkeit widmen, vermeiden wir nicht nur Aergernisse und Unannehmlichkeiten, sondern bleiben auch auf dem besten Fuße mit unfern Freunden und Nachbarn.) Der Redner betonte, daß uns nicht ausschließlich das Ziel vor Augen schweben dürfe, uns unser Recht zu erkämpfen, daß wir vielmehr auch danach streben müssen, uns desselben würdig zu erweisen, es unsern Mitbürgern leicht und angenehm zu machen, das uns im Prinzip Zugestandene auch in Wahrheit zu gewähren. „Unser Recht wollen wir, wo es angetastet wird, mannhaft vertheidigen; Achtung wollen wir nöthigensalls erzwingen, aber wir müssen uns auch bemühen, Zuneigung zu erwerben und wenigstens sorgsam vermeiden, was berechtigtes Mißfallen erregen kann. Ein solches Streben ist keine Kleinigkeit, wird aber durch Beobachtung vieler Kleinigkeiten wesentlich unterstützt". Der Vortrag, der mit einer Würdigung der Bedeutung kleiner Vereinigungen schloß, fand freundliche Aufnahme. Herr Dr. I o s. L e w y leitete die Debatte mit einem Hinweise auf mehrere aktuelle Ereignisse (das Vorgehen des Provrnzial-Schulkollegiums gegen

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