Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 11 (November 1898)
- Article
- Berlin
- Date
- 1898-11-01
- Page
- 584 (sequence 2)
- Language
- German
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584 Irn deutschen Reich. hielt der zur Leitung der Verhandlungen berufene Herr Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs (stellvertretender Vorsitzender des Central- Vereins), eine Ansprache, in welcher er besonders die Nothwendigkeit eines festen Zusammenschlusses der deutschen Synagogen-Gemeinden betonte und die von dem D.-J. G.-B. geschaffene Organisation als die Vorstufe zu einer mit Eifer zu erstrebenden staatlich anerkannten Vertretung des Judenthums darstellte. Nachdem Herr Justizrath Dr. A p o l a n t die Erlangung der Rechte der juristischen Persönlichkeit als etwas bezeichnet hatte, was zunächst zu erstreben sei, wurde ein darauf bezüglicher Antrag angenommen und ein Ausschuß damit beauftragt, diese Angelegenheit in die richtigen Wege zu leiten. Ueber die angeregte Enqu51e über die rechtlichen Verhältnisse der jüdischen Gemeinden Deutschlands referierte Herr Rechtsanwalt Dr. Landau. Der Antrag des Referenten fand Annahme, desgleichen ein Zusatzantrag des Herrn Redakteur Klausner, die Ergebnisse der Erhebungen für einen Gesetzentwurf zu verwerthen, welcher der Staatsregierung das Material für eine etwaige Reorganisation liefern könnte. Der Antrag der Gemeinde B e u t h e n , die Stellung der Vereine innerhalb einer Spnagogengemeinde nach Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches betreffend, wurde abgelehnt; der Antrag des Verbandes der Synagogen-Gemeinden W e st f a l e n S, das Verhältniß der Ilnterstützungsgemeinde des D.-J. G.-B. zu den Provinzialverbänden bezw. Bezirksverbänden betreffend, wurde zurückgezogen. Von der Gemeinde G o l l u b war der Antrag gestellt worden, „der Deutsch-Israelitische Gemeindebund solle bei dem Minister der geistlichen :c. Angelegenheiten dahin vorstellig werden, daß die den Geistlichen der christlichen Bekenntnisse ertheilte Ermächtigung zur Inspizierung des Religions-Unterrichts auch auf die Rabbiner behufs Inspektion der jüdischen Elementarschule ausgedehnt werde". Dieser Antrag wurde der Enquete-Kommission als schützbares Material überwiesen. Eine längere Diskussion veranlaßte der Antrag der Gemeinde Potsdam, einen Ausschuß zu beauftragen, über eine einheitliche Regelung der Altersversorgung der Gemeindebeamten und der Fürsorge für deren Hinterbliebene durch Begründung einer Bundeskasse in Berathung zu treten und deren Ergebniß dem Ausschüsse, spätestens aber dem nächsten Gemeindetage, zu unterbreiten. Dieser Antrag wurde schließlich einer Kommission überwiesen. Sodann erfolgte die Wiederwahl des bisherigen Ausschusses und daran schloß sich der von Herrn Justizrath Benfe y-Hannover erstattete Bericht über die erledigten Geschäfte. Nachdem der würdige Mitbegründer des D.-J. G.-B., der über 90 Jahre alte Fabrikbesitzer Herr Ephraim Rothschild-