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Im deutschen Reich · 1898-11-01 · Heft 11 (November 1898) · p. 585

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 11 (November 1898)
Article
Berlin
Date
1898-11-01
Page
585 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 585 Stadtoldendorf ein Hoch auf den Gesammtvorstand ausgebracht hatte, fand der Schluß des Gemeindetages statt. — Am 17. Oktober d. I. tagteniaber noch unter dem Vorsitze des Herrn Professor Dr. Philippson 25 Delegierte der 13 Provinzialu. Bezirksverbände des D.-J. G.-B. Bei diesem ersten Verband stage wurde zunächst die Frage der Wanderprediger erörtert. Schließlich stellte man dem Ausschuß zur Erwägung anheim, Bezirksrabbinate zu schaffen, deren Inhaber die einzelnen Gemeinden zu bereisen und dabei zu predigen hätten. Die Kosten würden die Verbände aufzubringen haben. Herr Oberlehrer Dr. B l a s ch k e referierte ausführlich über den Religionsunterricht in den kleineren Gemeinden, worauf die Leitsätze Annahme fanden, in welchen die Einrichtung und regelmäßige Inspizierung eines ordnungsmäßigen Religionsunterrichts auch in der kleinsten Gemeinde verlangt und den sich dagegen sträubenden Gemeinden damit gedroht wurde, der Negierung als Aufsichtsbehörde davon Mittheilung zu machen. Nach-einem Vorschläge des Herrn Oberlehrer Dr. Schäfer beschloß man, die betreffende Inspizierung geeigneten Kräften aus dem Rabbiner- und Lehrerstande anzuvertrauen und die Auswahl den kompetenten Körperschaften zu überlassen. Eine längere Debatte veranlaßte der Vortrag des Herrn EugenRosen stiel über die jüdische W a n d e r b e t t e l e i. Man nahm schließlich eine Resolution an, welche 1. jeder Gemeinde die Pflicht auferlegte, ihre Armen so zu unterstützen, daß sie fremder Hülfe nicht bedürfen, 2. dem in einem Äezirksverbande wohnhaften Armen nur eine zweimalige, auswärtigen Armen nur eine einmalige Unterstützung im Jahre zusprach, 3. berufsmäßigen Bettlern, Vagabunden und Schwindlern mit gefälschten Papieren unnachsichtliche Ueberweisung zur Bestrafung in Aussicht stellte, 4. die Verbände zu gegenseitigen Mittheilungen und Berichten an den Ausschuß veranlaßte, 5. zur Verhütung der Verarmung die Einrichtung centralisierter Arbeits- Nachweis-Organisationen empfahl. Der Antrag aus Breslau, die Einrichtung von Kantorenschulen betreffend, erledigte sich durch einen Hinweis des Herrn Rektor Dr. H o l tz m a n n auf die Leistungen der Lehrer-Seminare. Die übrigen auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände konnten mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit, welche zum Schluß des Verbandstages drängte, nicht mehr zur Berathung gelangen. — Der I. Israelitische Verbandstag hat folgende Beschlüße gefaßt, die den Lehrerbildungsanstalten in einem Rundschreiben zur Beachtung, Berathung und Beschlußfassung unterbreitet worden sind: 1. Den Verbänden zu empfehlen, daß in mittleren und kleineren Gemeinden solche Lehrer angestellt werden,

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