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Im deutschen Reich · 1898-11-01 · Heft 11 (November 1898) · p. 578

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 11 (November 1898)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1898-11-01
Page
578 (sequence 7)
Language
German
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678 deutschen Reich. „Staatsbürger-Zeitung" und schloß mit der Aufforderung, sich fest um die Fahne des deutsch-nationalen Verbandes zu schaaren. Mit welchen Mitteln die süddeutschen Antisemiten arbeiten, zeigte der schnödeVersuch desL.Wengg'schen „DeutschenVolksblattes" in München, die dortige nationalliberale „Allgemeine Zeitung" zur antisemitischen Gesinnungsgenossin zu stempeln. Am 16. Oktober veröffentlichte Ludwig Wengg Nachstehendes: „Die Allgemeine Zeitung" (München) schreibt sehr treffend: „Die Einsicht hat sich verbreitet, daß nicht Christen und Juden einander gegenüberstehen, sondern daß letztere in ihrem religiös-nationalen Verbände einen Staat im Staate bilden. Wem es in Deutschland nicht gefällt, dessen Wegziehen stehen ja keine Hindernisse entgegen; Met exitus. Ganze Städte und Provinzen, in denen die Kanaaniter bereits die Aristokratie abgeben, würden bei dieser Eventualität aufjauchzen, obgleich ihr Eintritt sehr unwahrscheinlich ist, da es ihnen in Deutschland gar wohl geht. Trotzdem dürfte es heutzutage, bei der ziemlich allgemeinen Stimmung in Betreff Israels, zweckdienlich sein, wenn man möglichst wenig von sich reden machte." An diese angeblich der „Allg. Ztg." entnommenen Sätze knüpfte das Antisemitenblatt die perfide Bemerkung: „ES ist hocherfreulich in einem liberalen Blatte, dessen Beziehungen zur bayrischen R egierung bekannt sind, Ansichten über die Juden sogar ausgesprochen zu finden, wie sie zutreffender und schärfer auch in dem radikalsten antisemitischen Blatte nicht zu finden sein werden. Jawohl, raus oder sich kuschen; etwas anderes giebt es für die Juden nicht. Wir sind mit der „Allgemeinen" hierin vollkommen einverstanden."— Das nationalliberale Blatt bestritt die Richtigkeit dieses Berichts am anderen Tage mit größter Entschiedenheit, indem es erklärte: „Ein hiesiges antisemitisches Organ, „D e u t s ch e s B o l k s b l a t t" genannt, leistet sich in seiner gestrigen Nummer gegen die „Allg. Zig." e i n e n S t r e i ch, wie er selbst in der „zielbewußtesten" antisemitischen Presse bisher sicherlich unerhört war. Mit der Einleitung „Die „Allg. Ztg." (München) schreibt sehr treffend" bringt sie angeblich unserer Zeitung entnommene antisemitische Tiraden gemeinster und verächtlichster Art, um am Schluffe zu bemerken: „Es ist hocherfreulich, in einem liberalen Blatte, dessen Beziehungen zur bayerischen Negierung bekannt sind, Ansichten über die Judenfrage ausgesprochen zu finden, wie sie zutreffender und schärfer auch in dem radikalsten antisemitischen Blatte nicht zu finden sein werden." Wir brauchen nicht zu versichern, daß die „Allgemeine Zeitung" auch nicht ein Wort von dem jemals enthalten hat, was ihr

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