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Im deutschen Reich · 1898-11-01 · Heft 11 (November 1898) · p. 568

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 11 (November 1898)
Article
Manasseh Ben Israel
Date
1898-11-01
Page
568 (sequence 6)
Language
German
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568 Im deutschen Reich. wirken , könnte, eine freie, öffentliche Synagoge zu errichten, in welcher wir täglich unfern Herrn Gott anflehen könnten, daß er ihm belieben möchte, sich seiner gnädigen, unseren Vorfahren gegebenen Versprechungen zu erinnern, unsere Uebertretungen zu verzeihen und uns in unser väterliches Erbe wieder einzuführen, und nächstdem einen Segen auf dieses englische Volk dafür herabzuflehen, daß es uns in seine Mitte ausgenommen und das bekümmerte Zion getröstet hat. Mein zweiter Grund ist der: Die Meinung vieler Christen stimmt darin mit der meinigen überein, daß die Wiedereinführung unserer Nation in ihr Heimathland sehr nahe bevorsteht. Meinerseits glaube ich, daß diese Wiedereinführung nicht stattfinden kann, bevor die Worte Daniels, Kapitel 12, Vers 7 erfüllt sind, in welchen er sagt: Wenn die Zerstreuung des heiligen Volkes vollständig sein wird, dann sollen alle diese Dinge vollbracht werden. Damit deutet er an, daß Gottes Volk über alle Plätze und Länder zerstreut sein muß, bevor alles in Erfüllung gehen soll. Nun wissen wir, wie setzt unsere Nation überallhin zerstreut ist, und wie sie in den blühendsten Theilen aller Königreiche und Länder der Welt, sowohl in Amerika als in den drei anderen Theilen derselben, Wohnsitz hat, ausgenommen in diesem bedeutenden und mächtigen Lande. Meiner Meinung nach bleibt daher noch übrig, daß wir hier ebenfalls unsere Niederlassung haben, bevor der Messias kommen und unsere Nation wieder in ihr Land zurückführen kann. Mein dritter Grund ist der, daß ich dafür halte, daß die Republik viel dabei gewinnen wird, wenn es ihr beliebt, uns zu empfangen; denn in Folge dessen wird, wie ich hoffe, ein großer himmlischer Segen auf die Nation herabfließen, lebhafter geschäftlicher Verkehr nach und aus allen Theilen der Welt wird eintreten, nicht nur ohne der englischen Nation zu schaden, sondern durch Einfuhr und Ausfuhr von Gütern wird dieser Verkehr ihr reichlichen Gewinn bringen. Wenn jedoch jemand daran zweifeln sollte, so hoffe ich zuversichtlich, daß die Liebe der englischen Nation zum Volke Gottes genügen wird, besonders wenn die Leute die Abhandlung «Wie nützlich die Nation der Juden ist" gelesen haben werden.

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