Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 11 (November 1898)
- Article
- Manasseh Ben Israel
- Date
- 1898-11-01
- Page
- 567 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Manaffeh Ben Israel. 567 empfangen wurden, wie jemals einem Souverän zu Theil ge» worden. Denn unsere Leute ahnten, daß, nachdem das Königthum einer Republik gewichen war, der alte Haß gegen sie sich in Wohlwollen verwandeln werde, daß jene harten, unter den Königen gegen ein so unschuldiges Volk gemachten Gesetze, soweit sie noch existiren, glücklicherweise abgeschafft werden würden. So erhoffen wir nun von Ihrer Freundlichkeit und Güte eine bessere Zeit, da Ew. Hoheit, seitdem Sie diese Republik regieren, Achtung und Wohlwollen in diesem Maße gegen uns bezeugt haben. Deshalb siehen wir Ew. Hoheit gehorsamst an, einen gnädigen Blick auf uns und unsere Petition zu werfen und uns, wie Sie bereits gegen Andere gehandelt, die freie Ausübung unserer Religion zu gestatten, so daß wir unsere Synagogen haben und unseren eigenen öffentlichen Gottesdienst halten können, wie unsere Brüder in Italien, Deutschland, Polen und vielen anderen Ländern, und wir werden beten für das Glück und den Frieden Ihrer sehr erlauchten und mächtigen Republik. II. Eine Erklärung, gerichtet an die Republik England, von Rabbi Manaffeh Ben Israel, welche die Gründe angiebt dafür, daß er nach England gekommen ist. Da ich seit einigen Jahren bemerkt habe, daß in dieser Nation Gott ein Volk hat, welches sehr milde und wohlwollend gegen unsere schwer geplagte Nation ist, und da ich sogar persönlich Beweise davon von Seiten verschiedener hervorragender durch Frömmigkeit und Gelehrsamkeit ausgezeichneter Männer erhalten habe, so dachte ich, daß ich meiner eigenen Nation und den Mitgliedern dieser Republik keinen kleinen Dienst leisten würde, wenn ich durch unterthänige Adressen an das vorige hohe Parlament einen Schutzbrief erlangen könnte, der es mir möglich machte, mich hierher zu begeben. Und da ich auf meine Bitte meinem Wuüsche gemäß eine sehr freundliche, befriedigende Antwort erhalten hade, bin ich hergekommen. Und damit alle die wahren Gründe und die wahren Absichten für mein Herkommen wissen mögen, werde ich sie kurz zusammenfassen und genau angeben. Vor allen Dingen war es meine Absicht zu versuchen, ob ich vermöge Gottes über mir waltender gütigen Hand für meine Nation die Erlaubniß er-