Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 11 (November 1898)
- Article
- Manasseh Ben Israel
- Date
- 1898-11-01
- Page
- 566 (sequence 4)
- Language
- German
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666 Im deutschen Reich. Pharaoh, Nebucadnezar, Antiochus Epiphanes, PompejuS und anderer ersehen. Andererseits hat es niemals einen WohlthSter dieses Volkes gegeben, einen Herrscher, der sie liebevoll in seinem Lande behandelte, der nicht sogleich sich in einem blühenden Zustande zu befinden anfing, so daß die an Abraham gerichtete Verheißung „Ich will die segnen, die dich segnen, und die verfluchen, die dich verfluchen", sich noch täglich zu erfüllen scheint. Und da ich, einer der kleinsten unter den Hebräern, aus Erfahrung gefunden habe, daß durch Gottes große Güte gegen uns viele bedeutende in Frömmigkeit und Macht hervorragende Männer aufrichtiges und tiefes Mitleid und Erbarmen für uns fühlen und uns hinsichtlich der bevorstehenden Befreiung Israels trösten, so konnte ich nicht umhin, in meinem und meiner Landsleute Namen diese meine unterthänige Adresse an Ew. Hoheit zu richten und um des Himmels willen zu bitten, daß Sie, im Einklang mit der Frömmigkeit und der Macht, in denen Sie vor allen anderen ausgezeichnet sind, geruhen wollen, zu gestatten, daß der große und ruhmreiche Name unseres Herrn Gottes im ganzen Gebiete dieser Republik erhoben, feierlich angebetet und gepriesen und daß uns in Ihrem Lande Raum bewilligt werde, unsere Synagogen zu errichten und unsere Religion frei auszuüben. Ich zweifle nicht, daß Sie in Ihrer Huld diese unsere gerechte Bitte gern gewähren werden. Im Alterthum haben Heiden aus Ehrfurcht vor dem Gott Israels und aus Achtung vor seinem Volke selbst abtrünnigen Juden wie dem Hohen-Priester OniaS gern die Freiheit bewilligt, in ihrem Lande einen Tempel nach dem Vorbilde des Jerusalemischen zu bauen; wie viel mehr dürfen wir, die wir keine abtrünnigen Juden oder Ueberläufer sind, diese Erlaubniß von Ew. Hoheit und deren christlichem Rathe hoffen, da Sie eine so große Kenntniß von demselben Einen einzigen Gotte Israels haben und ihn mit uns anbeten. Was außerdem unser Vertrauen auf Ihre Güte gegen uns erhöht, ist dies, daß, sobald das Gerücht von der höchst erwünschten Freiheit, die Sie uns zu gewähren dächten, unter unseren Landsleuten sich verbreitete, ich im Namen der in Holland lebenden Juden und meiner «Nation im Allgemeinen Ihre Exellenzen die englischen Gesandten beglückwünschte und bewirthete, und daß sie in unserer Synagoge mit so großem Pomp und Beifall, mit - Hymnen und Fröhlichkeit