Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- Heft 11 (November 1898)
- Article
- Manasseh Ben Israel
- Date
- 1898-11-01
- Page
- 565 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Manasseh Ben Israel. 565 des Gegenstandes wird besonders den jüdischen Leser dieser Adressen veranlassen, unserm jetzigen Geschmack für eine Weile zu entsagen und dem uns sremdartig berührenden Stil jener Zeit zu folgen. Die beiden Zuschriften lauten: I. Gehorsamste Adressen (Zuschriften) des Manasseh Ben Israel, eines Geistlichen und Doktors der Physik, zu Gunsten der jüdischen Nation an Seine Hoheit den Lord Protektor der Republik England, Schottland und Irland. Ew. Hoheit bitte ich um Erlaubniß, Sie in dem gegenwärtigen Zeitpunkt in einer Weise anzureden, die uns Juden und unserer Lage angemessen ist. Es ist ganz gewiß, daß der große Gott Israels, der- Schöpfer des Himmels und der Erde, nach seinem eigenen Belieben Herrschaften und Reiche ertheilt und wegnimmt, daß er die einen erhöht, die andern niederstürzt,. und da er die Herzen der Könige in seiner Macht hat, bewegt er sie nach welcher Richtung hin es ihm beliebt, um seine göttlichen Verordnungen auszuführen. Dies, Mylord, ist ganz klar aus den Worten Daniels ersichtlich, in denen er Gott dafür dankt, daß er ihm den wunderbaren Traum Nebucadnezars offenbart hat. Er sagt: „Du, der du Könige absetze st und einsetze st. Und an einer anderen Stelle heißt es: „Daß die Lebenden wissen mögen, daß der Allerhöchste Herrschaft über das Reich derMenschen hat und es giebt, wem er es geben will." Auch die Talmudisten sind derselben Meinung, da sie versichern, daß eine gute Regierung oder ein guter Herrscher eine himmlische Gabe sei, und daß es keinen Leiter gebe, den nicht erst Gott zu dieser Würde berufen hat. Dies , beweisen sie aus der Stelle in Exodus: „Sieh, ich habe Bazalel bei Namen gerufen u. s. w. Alles wird von der göttlichen Vorsehung geleitet; nach seinem eigenen Gutbefinden belohnt er Tugenden und bestraft Laster. Dies wird auch durch Beispiele großer Monarchen bewiesen, besonders solcher, die das Volk Israel unterdrückt haben; denn Keiner hat sie je unterdrückt, der nicht durch einen unheilvollen Ausgang von dem allmächtigen Gott schwer bestraft worden ist, wie wir aus der Geschichte der Herrscher