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Im deutschen Reich · 1898-10-01 · Heft 10 (Oktober 1898) · p. 538

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 10 (Oktober 1898)
Article
P. R. O'Wickedone [Rezension]
Date
1898-10-01
Page
538 (sequence 4)
Language
German
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538 Im deutschen Reich. Theorie entfernt, welche wie alle anderen sozialen Massenkrankheiten so auch den Antisemitismus lediglich vom wirthschaftlichen Standpunkte aus betrachten und ihn lediglich durch wirtschaftliche Maßregeln heilen wollen. Namentlich der Haß, der sich heute in Folge der antisemitischen Verhetzung gegen jüdische Physignomien richtet, wird von W. in seiner Grundlosigkeit wie in seinen beklagenswerthen Wirkungen für Hasser und Gehaßte treffend und voll Humor beleuchtet. Die dunklere Färbung von Haar und Augen ist den Juden mit der Mehrzahl der Franzosen, Italiener, Oesterreicher und zahlreichen Deutschen christlichen Glaubens gemeinsam, die sich freilich deshalb in unserem „großen Kulturlands" auch nicht „unbeschnüffelt, und unbelästigt" bewegen können. Der „kühne Schwung der Beine", die sogenannten „Judenpedale" sind „kein jüdisches Nationalmonopol",, sondern lediglich im allzuvielen Sitzen der Eltern, in ungenügender phosphorloser Nahrung und ähnlichen Folgeerscheinungen der Noth und hygienischen Unbildung begründet. Wen „das krummbeinige oder sonst verkümmerte Untergestell" eines Juden im ästhetischen Empfinden störe, der solle doch auch in Erwägung ziehen, daß leider das christliche Arbeiterproletariat namentlich das geistige auch vielfach solche Jammerpedale zeigt. Außerdem erwerben die in die höheren Klassen emporgepeitschten Juden, ohne dabei . etwa ihre geistige Regsamkeit einzubüßen, in Folge ihres Wohlstands und ihrer harmonischeren Lebensweise auch straffere Extremitäten. Eine ähnliche Umwandlung findet auch bezüglich der Brust und der Gesichtszüge statt. Wird dem allem jeder gute Beobachter zustimmen, so möchte ich die Entscheidung darüber, ob die Ansichten W.'s über die so arg verhöhnte „Judennase, auch Krummnase oder Semitennase genannt" richtig find, der anthropologischen Wissenschaft überlassen, so interessant und für viele von uns schmeichelhaft auch seine Ausführungen find. Nach Herrn Wickedone dient nämlich die Nase als „Gehirnventilator", der der Gehirnmasse Luft zuführt, dieselbe belebt und andererseits auch den Abflußkanal für abgestorbene tobte Gedankenabfälle bildet. „Also je stärker die Nase, desto vollendeter die Ventilation, desto elastischer der stets neu belebte Denkapparat." „Man ist demzufolge den Juden im Grunde genommen instinktiv darüber böse, daß sie einen weit größeren Prozentsatz guter Gehirnventilatoren besitzen, daß die Natur ihnen in diesem Gesichtsvorsprung einen allgemeinen Vorsprung verliehen hat." So kommt der Autor unseres Buches gewissermaßen „auf rein materiellem Wege zu dem eigentlichen Hauptvorwurf gegen die Juden, den jeder sich auszusprechen schäme, der aber deutlich hinter all den vorgeschobenen

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