Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1898-10-01 · Heft 10 (Oktober 1898) · p. 519

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 10 (Oktober 1898)
Article
Berlin
Date
1898-10-01
Page
519 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316637-2316647-2323039--04511-2323148
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Korrespondenzen. 519 Westfalens", betr. das Verhältniß der Unterstützungs-Gemeindm des D.-J. G.-B. zu den Provinzialbezw. Bezirksverbänden, Antrag der Gemeinde Gollub über die Inspektion des Religionsunterrichtes und Antrag der Gemeinde Potsdam betreffend Gründung einer Alters- und Reliktenkaffe für Kultusbeamte. — Der erste Verbandstag war auf den 17.Oktober 1898, Vormittags 10lj2 Uhr, anberaumt. Die Tagesordnung lautete: Bericht über die bisherige Entwickelung der Provinzial- und Bezirksverbände. Besprechung der den Verbänden zufallenden Aufgaben: Einrichtung von Religionsunterricht in kleinen Gemeinden, Inspektion des Religionsunterrichtes durch die Gemeindeverbände, Wanderprediger, Vorbildung der Kantoren und Schächter, Provinzielle WohlthätigkeitsinstiLute: Waisen-, Kranken-, Alten- und Armenhäuser, Gefangenenpflege, Fürsorge für Kultusbeamte. Die letzten Punkte der Tagesordnung waren: Wanderbettelei und Organisation der allgemeinen Armenunter st ützung. Arbeitsnachweis. Der „Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" versendet einen, von zahlreichen angesehenen Glaubensgenossen Unterzeichneten^ Aufruf, in dem es heißt: „Wer die Entwickelung der sozialen Verhältnisse der deutschen Juden mit Interesse verfolgt, kann sich der Erkenntniß nicht verschließen, daß die Ueberleitung eines stärkeren Bruchtheils der jüdischen Bevölkerung zu landwirthschastlicher Thätigkeit eine der ernstesten Forderungen der Gegenwart ist; die stetig sich verschlimmernden Erwerbsverhältniffe der Kleingewerbetreibenden machen es zur vorausschauenden Pflicht, neue Erwerbszweige zu erschließen. Die in unseren Tagen lauter als je vernommene Bezichtigung, daß dem Juden die Eignung und Neigung zur Bodenbearbeitung fehle, wird durch die geschichtlich feststehende Thatsache widerlegt, daß die Juden von altersher Ackerbau getrieben haben; wenn ihnen die Möglichkeit zur Bodenbearbeitung gegeben wird, werden sie sich auch heute in dieser produktiven Thätigkeit bewähren. Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß Sie diesem unserem Streben Ihr thätiges Jnteresie in bewährter. Opferwilligkeit nicht versagen werden, bitten wir Sie, unserm Verein als Mitglied beizutreten. Der Mindest-Jahresbeitrag ist auf 3 Mk. normiert. Die immerwährende Mitgliedschaft wird durch eine einmalige Leistung von 300 Mk. erworben. Sie wollen gütigst einliegende Postkarte mit Ihrer Zeichnung versehen an unser Bureau in Berlin 6. Klosterstraße 44, einsenden." Wegen wiederholter Beleidigung des Oberregierungsraths v. Voß zu Marienwerder, Stellvertreters des dortigen Regierungspräsidenten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.