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Im deutschen Reich · 1898-08-01 · Heft 8 (August 1898) · p. 379

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 8 (August 1898)
Article
Moses Mendelssohn als Pädagoge
Date
1898-08-01
Page
379 (sequence 9)
Language
German
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Mendelssohn als Pädagoge. S7S die Art und Weise der Behandlung des Stoffes Lust an demselben empfinden und den Reiz, sich eingehender mit ihm zu beschäftigen. Bet Herbart steht das „Interesse" im Vordergmnd seiner pädagogischen Untersuchungen. Er nennt den ersten Theil des pädagogischen Zwecks Vielseitigkeit des Interesses, welche von Uebertreibung und Vielgeschäftigkeit unterschieden werden muß; er betont dann eine gleichschwebende Vielseitigkeit, etwa im Sinne des gewöhnlichen Ausdruckes: harmonische Ausbildung aller Kräfte. Vergl. dagegen Steinthal"), der ausdrücklich hervorhebt, daß „im Schüler nicht ein „gleichschwebendes", sondern ein mannigfaches, aber abgeftuftes Interesse erzeugt und gepflegt werden" soll. Und weiter: „Die Art der Abstufung wird sich der Schüler selbst schaffen nach Fähigkeit und angeborener Lust." Bei Mendelssohn finden wir hierüber folgende Winke: „Die Wißbegierde der Kinder muß entweder durch Ruhm oder durch Neugierde angefeuert werden, denn die Liebe zur Wahrheit wirkt sehr schwach in jugendlichen Gemüthern, und die Erkenntniß derselben macht ihnen noch allzu wenig Vergnügen, als daß sie sich um ihretwillen einer beschwerlichen Arbeit unterziehen sollten. Man sieht daher, wie wenig man den Kindern gewinnt, wenn man ihnen dasjenige spielend beibringt, was Andere durch mühsame Forschungen herausgebracht haben. Man erstickt ihre Neugierde, indem man sie frühzeitig stillt. Sie wissen, daß dieses und jenes so beschaffen ist und bekümmern sich wenig um das Wie und Warum." Treffend kennzeichnet hier Mendelssohn die in dem Entwickelungsgange der Kindesnatur sich vollziehende Reihenfolge der Neugier, Wißbegier und Lernbegierde. Letztere setzt die Liebe zur Wahrheit voraus, die begierig macht, immer noch zu lernen, also auch immer wieder sich korrigieren zu lassen und somit die Wahrheit anzunehmen, von welcher Seite sie sich auch darbieten mag. Doch darf der Wissensdrang wiederum nicht zu dem Faustischen Resultat gelangen: „Ich sehe, daß wir nichts Zur psychologischen Grundlage der Ilntcrrichtslehre. 14. Bericht über die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums. Berlin 1896, p. 12. 29

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