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Im deutschen Reich · 1898-08-01 · Heft 8 (August 1898) · p. 377

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 8 (August 1898)
Article
Moses Mendelssohn als Pädagoge
Date
1898-08-01
Page
377 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Mendelssohn al» Pädagoge. 877 nennen kann." Diese Stelle ist in mehr als einer Hinsicht interessant. Wir finden hier bereits den Terminus „Spur", der in dem psychologischen System Benecke's (1798—1854) eine wichtige Nolle spielt. Dieser Philosoph, der den Anschauungen Herbart's nahesteht, versteht unter „Spur" das unbewußt Beharrende im Verhältniß zu der psychischen Entwickelung, welche in dieser Art innerlich fortexistiert. Diese „Spur" führt uns auf die Apperceptionstheorie. Der gesammte Bildungsstoff beruht auf den appereipierenden Vorstellungen, indem unsere Wahrnehmungen, Erfahrungen, Auffassungen auf ältere Vorstellungsgebilde sich gründen. Der Bildungsprozeß hat die Erziehung zum Endziel. Mendelssohn definiert den Begriff „Erziehung" folgendermaßen9): „Oeffentliche Anstalten zur Bildung des Menschen, die sich auf Verhältnisse des Menschen zu Gott beziehen, nenne ich Kirche; zum Menschen, Staat. Unter Bildung des Menschen verstehe ich die Bemühung, beides, Gesinnungen und Handlungen, so einzurichten, daß sie zürGlückseligkeit übereinstimmen, die Menschen erziehen und regieren." Dieser charakteristische Hinweis auf ein glückseliges Leben ist das A und O des damaligen Aufklärungszeitalters. Einer der bedeutenderen Philanthropen, Trapp, erklärt den Erziehungsbegriff ähnlich: „Erziehung ist Bildung des Menschen zur Glückseligkeit." Den Beruf der Menschen erblickt Mendelssohn in der „Ucbung, Entwickelung und Ausbildung aller menschlichen Kräfte und Fähigkeiten, in einem ihrem Standpunkte angemessenen Verhältnisse". Nach Herbart bezeichnet der Begriff der Tugend den höchsten Zweck der Erziehung, die Sittlichkeit. Er sagt: „Tugend ist daher der Name für das Ganze des pädagogischen Zwecks und man kann die eine und ganze Aufgabe der Erziehung in den Begriff Moralität fassen". Zur Erreichung dieses Zwecks dient als Mittel der Unterricht, der erziehliche Unterricht. Wenn das Wesen des Unterrichts darin besteht, planmäßig auf den unmündigen Menschen einzuwirken, um die in ihm liegenden Kräfte und Fähigkeiten gebrauchen zu lernen, so leuchtet die wichtigste Forderung ein: Unterrichte anschaulich! Erst That- °) Bd. 2, p. 373 in s. Jerusalem oder über religiöse Macht und Judenthum.

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