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Im deutschen Reich · 1898-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1898) · p. 356

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
4 (1898)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1898)
Article
Bensemer [Rezension]
Date
1898-06-01
Page
356 (sequence 3)
Language
German
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MS Im deutschen Reich. laubt, daseyrn aber bloß dieKristen, welche ihnen di« Hostien auSlirferten. gestraft worden, die Juden aber hätten sich mit Geld aller Strafe entzogen. Hierinnen u. s. w. Schreibt nicht ein schwacher, unwissender Schüler seine Arbeit genau so aus einer Klatsche ab? Für das 15. Jahrhundert hatte Jekel unseren Plagiator in Stich gelassen; er kann auf S. 11 nur di« ersten dürftigen Sätze dieses Kapitels aus seiner Vorlage, vielmehr Klatsche, (Jekel a. a. O. S. 20) auSschreibtn und muß sich daher aus Grätz, den er so unter der Hand zu plündern doch nicht wagt, seine kritiklosen Citate zusammen» stoppeln, um allenfalls eine Seite füllen zu können. Köstlich ist's nun zu lesen, wie er daraufhin beim 16. Jahrhundert S. 12 gegen Jekel wüthend loszieht: Auch unser Judenfreund Jekel, von dem wir lange nichts gehört haben, weiß zu erzählen, daß die Juden sehr gewandt im Handwerk waren u. s. w. Wer in aller Welt — ausgenommen natürlich Bensemer — will von Jekel die Geschichte der polnischen Juden im 15. Jahrhundert hören? Weiß Bensemer nicht, daß ein Buch nur das Thema zu behandeln braucht, welches der Titel angiebt? Sollte er wirklich nicht gemerkt haben, daß Jekel gar keine „Beiträge zur Geschichte der Juden in Polen" geben, daß er nur die Wichtigkeit der im österreichischen Theil von Polen zu seiner Zeit") angestrebten Verbesierungen vom geschichtlichen Standpunkt beleuchten will? Ich kann mir's nicht versagen, auch den unmittelbar darauf folgenden, überaus heiteren Passus herzusetzen, in welchem sich Jekel-Bensemer also vernehmen läßt: Immer noch war das Statut Kasimirs des Großen in Kraft. Denn obwohl auf Capistranos Veranlassung aufgehoben, hatte er es „um deS Nutzens Willen" (Grätz) einige Jahre später wieder «ingeführt. Die jetzigen Könige hingegen hoben die Privilegien theilweise auf u. s. w. 3) Für seine Zeit, namentlich für die wirrhschaftlichen Verhältnisse und die Handelsgeschichte, hat Jekel bekanntlich noch heute eine gewisse Bedeutung. Interessant ist daher, was er S. 66 Amu. 122 erzählt: „Die gallizischen Juden haben in dem letzten Kriege gegen Frankreich, als Soldaten und als Fnhrwesensknechte, das Vorurtheil, welches man wider ihre Brauchbarkeit und das Scheuen schwerer Arbeiten hatte, hinlänglich widerlegt."

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